Annual Report 1995


Appendix

Speeches at the opening ceremony of the Institute on March 31, 1995

Address of Prof. Jürgen Renn

Lieber Herr Vizepräsident, Herr Gesandter, Herr Sektionsvorsitzender, meine Damen und Herren, liebe Freunde und Kollegen,

Wir, Frau Daston und ich, heißen Sie sehr herzlich willkommen zur Einweihung des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte. Wir freuen uns, daß Sie so zahlreich unserer Einladung Folge geleistet und dabei zum Teil weite Wege auf sich genommen haben. Ich begrüße deshalb insbesondere unsere Freunde, die aus 14 europäischen und außereuropäischen Ländern eigens aus diesem Anlaß gekommen sind. Aber auch unseren Kollegen aus Charlottenburg, Dahlem und Berlin-Mitte mag der Weg noch ungewohnt und angesichts der Berliner Verkehrslage am Freitagnachmittag vielleicht kaum weniger weit vorgekommen sein. Noch muß es Ihnen jedenfalls ungewöhnlich erscheinen, hier in den Räumen der Außenstelle der Botschaft der tschechischen Republik auf Wissenschaftshistoriker zu treffen, die durchaus nicht auf der Durchreise nach Prag sind - obwohl es sich auch dabei um ein wissenschaftshistorisch sehr sinnvolles Unternehmen handeln könnte -, sondern die sich, dank der Gastfreundlichkeit unserer tschechischen Freunde und Nachbarn, auf einige Zeit hier häuslich eingerichtet haben. Bene vixit qui bene latuit - gut lebt, wer sich gut versteckt - dieser Ausspruch Ovids mag dabei einigen von ihnen in den Sinn kommen, zumal wir erst jetzt, ein Jahr nachdem wir mit den ersten Arbeiten begonnen haben, an das Licht der Öffentlichkeit treten.

Wenn allerdings Sie, die Sie heute zu uns gekommen sind, nicht eine ganz besondere Art von ``Öffentlichkeit'' wären, dann hätten wir wohl auch das nicht so ohne weiteres gewagt, zumal das im Aufbau befindliche Institut in mancher Hinsicht noch in Kinderschuhen steckt, wie sie einem einjährigen Geschöpf wohl angemessen sind. Unter uns aber sind die Geburtshelfer, ohne deren Beitrag dieses Institut nicht hätte gegründet werden können, und unter uns sind die Nachbarn, Kollegen und Freunde, ohne die es in Zukunft nicht gedeihen kann. Daß von den Geburtshelfern der Gründungskommission des Instituts Frau Mayntz, Herr Edelstein, Herr Scriba und Herr Weidenmüller heute nicht hier sein können, bedauere ich ganz besonders. Ihnen allen jedenfalls möchte ich an dieser Stelle danken für Ihr Bemühen und für Ihren guten Willen, den Sie uns in vielfacher Hinsicht bewiesen haben.

Einer aber fehlt uns schmerzlich, der sich heute gerne diesem Dank angeschlossen hätte, und dem doch selbst der größte Dank gebührt: ich spreche von Lorenz Krüger. Vor allem hat Lorenz Krüger durch sein wissenschaftliches Werk den geistigen Boden bereitet, auf dem dieses Institut nun stehen kann, wie Frau Daston Ihnen noch näher darlegen wird. Aber Lorenz Krüger war auch in institutioneller Hinsicht ein mannigfacher Wegbereiter. Durch sein Engagement ist der Forschungsschwerpunkt für Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie zu einem auch international beachteten Zentrum geworden. Von diesem Zentrum sind wichtige Anregungen ausgegangen, die zum Teil auch an unserem Institut aufgegriffen werden, und die insbesondere durch die ehemaligen Angehörigen der Akademie der Wissenschaften, die bei uns ein neues Wirkungsfeld gefunden haben, getragen werden. Lorenz Krüger hat selbst in Zeiten schwerster Belastung durch seine Krankheit noch mit großem Engagement am Aufbau unseres Instituts mitgewirkt. Ohne den Mut, den Du ihm und den Du uns gemacht hast, liebe Christa Krüger, wäre dies kaum möglich gewesen. Wir wollen die gemeinsam begonnene Arbeit auch in seinem Geiste fortsetzen. Dabei wird uns Unterstützung zuteil auch durch die großzügige Überlassung seiner Bibliothek an das Institut, wofür wir uns an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. In dieser Bibliothek wird dann auch das hier ausgestellte Portraitfoto von Lorenz Krüger die Erinnerung an ihn wachhalten.

Soviel mußte gesagt sein, auch wenn ich an dieser Stelle nicht alle anführen kann, denen dieses Institut seine Existenz verdankt. Etwas aber soll doch noch hinzugefügt werden: Den Mitarbeitern der Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft in München, insbesondere Frau Fromm, Herrn Graupner, Herrn Keinath, Herrn Krull, Frau Rausch, und Herrn Winterl gehört unser besonderer Dank dafür, daß sie uns in den anstrengenden und zuweilen nervenaufreibenden Monaten des Aufbaus nicht nur Verständnis entgegengebracht, sondern uns mit allen ihren Kräften und oft genug auch abends und am Wochenende unterstützt haben. Vielleicht aber ist es ihnen manchmal auch einfach zuviel mit uns geworden. So jedenfalls könnte ich mir erklären, daß man mich z. B. offenbar schon frühzeitig an das Institut für Pflanzenphysiologie versetzen wollte - das hat man mir jedenfalls in die Berufungsurkunde geschrieben. Allerdings wäre es Frau Daston und mir allein kaum gelungen, die Generalverwaltung so sehr in Atem zu halten, aber schließlich haben wir auch Mitarbeiter. Ohne die Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und ohne seine Gäste, die bereits in den ersten Pionierwochen wissenschaftliche Arbeit unter zum Teil schwierigen technischen und häuslichen Bedingungen ermöglicht bzw. durchgeführt haben, könnten wir heute nicht feiern und wir hätten weniger zu feiern. Den Gästen und Mitarbeitern des Instituts ist es auch zu verdanken, daß Frau Daston und ich Ihnen, Herr Vizepräsident, heute schon einen ersten Bericht über die an diesem Institut geleisteten wissenschaftlichen Arbeiten überreichen können. Sie alle, meine Damen und Herren, finden zudem in den 19 Preprints des Instituts aus unserer gemeinsamen wissenschaftlichen Arbeit eine erste Blütenlese, um soweit jedenfalls bei den Pflanzen zu bleiben. In diesen Preprints, die wir ausgelegt haben und die Sie bei uns bestellen können, geht es um Themen, die vom geometrischen Denken der babylonischen Mathematik bis zu den Wissenstraditionen reichen, die den Genbegriff der modernen Biologie geformt haben.

In unserem gemeinsamen Bericht über die Aufbauarbeit und unsere ersten Projekte haben Frau Daston und ich uns bemüht deutlich zu machen, was so verschiedenartige und scheinbar zusammenhanglose Themen miteinander verbinden kann. Vor allem geht es uns darum zu zeigen, daß die programmatische Ausrichtung des Instituts, zu einer historischen Epistemologie beizutragen, in der Tat realisierbar ist. Wir stellen in unserem Bericht die von uns und unseren Mitarbeitern aufgenommene historische Forschung zu einer Reihe von epistemologischen Fragen vor. Ich nenne Ihnen einige Beispiele: In welcher Weise haben sich fundamentale Begriffe, in denen wissenschaftliches Denken sich selbst reflektiert und konstituiert, wie Objektivität und Faktizität, historisch entwickelt? Genauer gesagt, unter welchen historischen Bedingungen werden überhaupt Phänome zu wissenschaftlichen Fakten, und welche historisch zu erforschenden Praktiken verbinden sich mit dem Anspruch auf Objektivität? Das Institut bietet nicht nur uns, sondern allen, die sich daran beteiligen, die Chance, diesen und anderen Fragen im Rahmen längerfristiger, breiter angelegter und stärker interdisziplinär ausgerichteter Forschungsprojekte nachzugehen, als es unter Hochschulbedingungen oft möglich ist.

Eine historische Epistemologie wissenschaftlichen Wissens ist nicht ohne vergleichende Studien denkbar. Nehmen wir als Beispiel das Problem der Wechselwirkung zwischen Denkstrukturen, Erfahrung und den kulturbedingten Medien des wissenschaftlichen Denkens wie Instrumente oder Fachsprachen. Die Dynamik dieser Wechselwirkung erschließt sich erst aus einer vergleichenden Erforschung des Strukturwandels in den großen Umbrüchen des wissenschaftlichen Denkens, der Entstehung der Mathematik in der Antike, der Entstehung der empirischen Wissenschaften in der Neuzeit, der wissenschaftlichen Revolutionen innerhalb etablierter Disziplinen. Aus der Sicht solcher Fragestellungen finden dann auch das Studium der Entstehung der babylonischen Mathematik und das der Veränderung des Genbegriffs durch die Molekularbiologie einen gemeinsamen theoretischen Rahmen.

Um Probleme wie die genannten zu bearbeiten, hat das Institut inzwischen eine Reihe von Forschungsprojekten begonnen, in denen zugleich Methoden der Kognitions- und der Kulturwissenschaften Anwendung finden. Intensive Quellenforschung unter Benutzung moderner elektronischer Methoden soll die dazu notwendige empirische Grundlage liefern. Unserer Auffassung nach ist Wissenschaftsgeschichte, gerade wenn sie als historische Epistemologie betrieben wird, freilich nicht nur geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung, sondern stellt auch ein wichtiges Reflexionspotential für die heutige Wissenschaft dar. Man kann den Grenzen und Gefahren der immer noch wachsenden Spezialisierung der Wissenschaften nicht angemessen begegnen, ohne auch ein historisches Verständnis der Entstehungs- und Entwicklungsbedingungen der Disziplinen erreicht zu haben. Eine Wissenschaftsgeschichte, die der aktuellen Wissenschaftspraxis dieses Reflexionspotential bietet, wäre dann der Berliner Klimakonferenz der Vereinten Nationen nicht nur nachbarschaftlich, sondern in ihrem intellektuellen Engagement verbunden. Wenn der Wissenschaftsgeschichte ein enger Dialog mit den von ihr studierten Disziplinen gelingt, dann kann sie in der Tat ihr Reflexionspotential gelegentlich auch direkt innerhalb von wissenschaftlichen Forschungsprozessen freisetzen. Umgekehrt setzt ein solcher Dialog Offenheit für Grundlagenreflexion seitens der Einzelwissenschaften voraus. Solche Offenheit kennzeichnet die herausragenden Forscher unserer Gesellschaft wie Max Planck oder Albert Einstein und sicherlich auch die Anwesenden, bei vielen anderen Forschern aber trifft man sie eher selten an.

Lassen Sie mich solche Offenheit an einem kleinen Beispiel demonstrieren. Als ich kürzlich in Florenz war, spielte mir der Zufall einen bislang unbekannten Brief Albert Einsteins an Bice Besso, die jüngere Schwester seines Jugendfreundes Michele Besso in die Hände. Einstein beantwortet eine Frage Bice Bessos. Da uns der Brief der Fragestellerin nicht erhalten ist, können wir sie nur aus dieser Antwort rekonstruieren. Offenbar mutete Bice Besso Einstein zu, ihr doch mal schnell in einem Satz seine Relativitätstheorie und seine Theorie der Gravitation zu erklären. Zudem muß ihre Frage wohl die typische Torheit des physikalischen Laien zum Ausdruck gebracht haben. Sie könnte etwa folgendermaßen gelautet haben: "Lieber Albert, Du bist doch ein großer Wissenschaftler. Du mußt mir doch eigentlich erklären können, wie die Anziehungskraft der Erde zustande kommt. Ist das vielleicht so etwa wie das Feuer, nur umgekehrt? Das Feuer treibt alles nach oben und die Erde zieht alles nach unten? Antworte mir bitte schnell und kurz."

Wie gesagt, wir wissen nicht, was Bice wirklich gefragt hat, aber so ungefähr muß die Frage wohl gelautet haben. Wie antwortet nun der große Einstein auf eine solche törichte Frage? Weist er die Fragestellerin zurecht? Macht er ihr die Torheit der Frage zum Vorwurf? Weicht er vielleicht einfach der Frage aus? Nein, nichts von alledem ist richtig. Einstein antwortet vielmehr: "Liebe Bice, die sogenannte Anziehungskraft der Gravitation ist nach unserem jetzigen Wissen ein Zustand des Raumes, der durch Massen verursacht wird und auf Massen wirkt. Mit Verbrennung hat dies nichts zu thun. Die Verbrennung ist ein viel verwickelterer Prozeß, der auf vorwiegend elektrischen Wechselwirkungen der kleinsten Teilchen beruht."

Einstein antwortet also ernsthaft, und zugleich verständlich. Und nicht nur das, er bringt sogar der törichten Bice gegenüber noch die Vorläufigkeit und mögliche Fehlerhaftigkeit der eigenen Theorie zum Ausdruck; er schränkt seine Antwort ein: "nach unserem heutigen Wissen". Und schließlich fügt er eine tiefsinnige Bemerkung über den Komplexitätsgrad physikalischer Theorien an, die zeigt, daß die törichte Frage ihn nur dazu veranlaßt, über die mögliche Torheit dessen, was Wissenschaftler einer bestimmten Epoche für selbstverständlich und was sie dagegen für problematisch halten, nachzudenken.

Einsteins Antwort auf eine törichte Frage bringt meines Erachtens in ungewöhnlich plastischer Weise die Offenheit des herausragenden Forschers zum Ausdruck. Vielleicht darf ich in diesem Zusammenhang daran erinnern, daß Einstein selbst jahrelang solchen scheinbar törichten Fragen nachgegangen ist: Angenommen, ich befände mich in einem fallenden Fahrstuhl; woher will ich eigentlich wissen - wenn man mir verwehrt aus dem Fenster zu sehen -, daß ich mit zunehmender Geschwindigkeit der Erde entgegenrase? Einstein bemerkte: es gibt keine einfache Antwort auf diese Frage, mit Ausnahme der scheinbar ebenfalls törichten Antwort, daß die Gravitation in ihrem Wesen überhaupt nicht von dem Vorgang der Beschleunigung zu unterscheiden sei. Diese scheinbar törichte Antwort auf eine scheinbar törichte Frage wurde dann bekanntlich in der Form des sogenannten Äquivalenzprinzips zum Grundgedanken, aus dem Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie in mühevoller, jahrelanger Arbeit entwickelte.

In der Geschichte der Wissenschaften haben scheinbar törichte Fragen oftmals eine solche Rolle gespielt. Wissenschaftshistoriker sollten daher törichte Fragen mindestens so ernst nehmen wie Bice Besso und Albert Einstein. In einer Hinsicht aber unterscheiden wir uns von Einsteins Fragestellerin. Einstein schließt seinen Brief mit den Worten: "Seien Sie froh, daß niemand von Ihnen verlangt, daß Sie über diese Dinge Bescheid wissen. Das Streben danach ist hart und kann mit Worten nicht ausgeführt werden." Uns allerdings, darf dies nicht erspart bleiben. Wir müssen in der Regel sogar mehr über die Dinge Bescheid wissen als die Wissenschaftler, die sich in einer bestimmten historischen Periode unter bestimmten Voraussetzungen mit einem bestimmten Gegenstand beschäftigen, und ich möchte Ihnen hier abschließend versichern: Wir sind gewillt, diese Herausforderung anzunehmen.

Und damit übergebe ich zunächst unseren Arbeitsbericht und dann auch das Wort an Herrn Professor Weinert, den Vizepräsidenten der Max-Planck-Gesellschaft.

Address of Prof. Franz Emmanuel Weinert

Sehr geehrter Herr Gesandter,

lieber Herr Senator Erhardt,

liebe Frau Daston, lieber Herr Renn,

meine Damen und Herren,

Lorenz Krüger, der von der Max-Planck-Gesellschaft berufene, aber allzu früh verstorbene Gründungsdirektor dieses Instituts beschäftigte sich in einer seiner letzten wissenschaftlichen Publikationen mit den optimistischen Vorstellungen des Universalgenies Helmholtz über die wachsende wissenschaftliche Einsicht in die gesetzliche Ordnung der Natur und deren prinzipiellen Begreiflichkeit. Er beschließgt das Kapitel mit den Worten: "Daß diese Begreiflichkeit unter weit komplizierteren Bedingungen steht als das mechanistische Weltbild glauben machen konnte, und daß von `vollständiger Begreiflichkeit' vernünftigerweise die Rede nicht sein kann, das konnte auch ein so gewaltiger Denker, wie Helmholtz damals, mitten im 19. Jahrhundert, offenbar nicht erkennen. Wie ganz anders stehen wir im 20. Jahrhundert da: Mit überwältigend mehr Wissen und gerade deshalb erschüttertem Glauben an die Begreiflichkeit der Natur." (Krüger, 1994, S. 211)

Welch ein Beispiel, welch ein Beleg für die Notwendigkeit und den Nutzen wissenschaftsgeschichtlicher Forschung! Welch eine rätselhafte Hinterlassenschaft aber auch an ein Max-Planck-Institut, das Lorenz Krüger gründen wollte und sollte und das wir heute eröffnen!

Ich begrüße Sie im Namen der Max-Planck-Gesellschaft und im Auftrag ihres Präsidenten, Hans Zacher, der es außerordentlich bedauert, an dieser festlichen Veranstaltung nicht teilnehmen zu können. Er hat mich gebeten, Ihnen seine besten Wünsche für die heutige Eröffnung und für eine gedeihliche Entwicklung dieses Instituts zu übermitteln.

Die Wissenschaftsgeschichte hat in der Max-Planck-Gesellschaft nur eine kurze institutionelle Geschichte, aber eine lange informelle Vergangenheit. Als ich 1980 zur Max-Planck-Gesellschaft kam, wurde ich von Anfang an auch in Diskussionen über die Rolle der Wissenschaftsgeschichte in der MPG und die Möglichkeiten der Gründung eines entsprechenden Instituts einbezogen. Die Auffassungen waren extrem unterschiedlich. Sagten die einen, die Max-Planck-Gesellschaft solle gute Wissenschaft machen und sich nicht reflexiv mit deren Geschichte oder gar Theorie befassen, so meinten die anderen, dass gerade dies unbedingt notwendig sei, wolle man nicht einer wissenschaftstheoretischen Naivität und wissenschaftsgeschichtlicher Blindheit zum Opfer fallen. Ich gewann aber damals den Eindruck, daß die Zweifler und Skeptiker bei weitem überwogen.

Das änderte sich, als die Max-Planck-Gesellschaft nach der deutschen Einheit daran ging, Ideen und Konzeptionen für neue Institute zu entwickeln. Auf Wunsch der Bundesregierung hatte die MPG sehr früh die zeitweilige Betreuung der sogenannten geisteswissenschaftlichen Zentren übernommen, die auf Vorschlag des Wissenschaftsrates eingerichtet worden waren. Einer dieser Forschungsschwerpunkte war der Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie gewidmet. Bald schon war innerhalb der geisteswissenschaftlichen Sektion der MPG die Überlegung aufgekommen, ob sich nicht gerade dieser Schwerpunkt, ähnlich wie jener für die europäische Aufklärungsforschung, besonders für ein Max-Planck-Institut eignen würde. Nachdem diese Frage positiv entschieden und eine entsprechende Gründungskommission eingerichtet worden war, stellte ich zu meiner Verblüffung fest, daß in allen drei Sektionen der MPG außerordentlich engagierte Anstrengungen unternommen wurden, um ein Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte zu errichten. Man war sich überdies schnell einig, was man mit diesem Institut nicht wollte und was man wollte.

Man wollte kein historiographisch arbeitendes Institut, kein Institut, das sich mit der Geschichte einzelner Wissenschaftsdisziplinen beschäftigt, kein Institut, in dem in erster Linie die sozial begünstigenden und beeinträchtigenden Kontexte für die Produktion wie für die Produktivität von Wissenschaft studiert werden und kein Institut, in dem allgemeine Wissenschaftstheoretiker den gegenstandsspezifisch arbeitenden Wissenschaftspraktikern vorschreiben, wie sie zu forschen hätten, wenn sie erfolgreich sein wollten.

Von Anfang an gewollt war vielmehr ein disziplinübergreifendes Institut, das Wissenschaftsgeschichte in epistemologischer Perspektive betreibt. Aufgrund einer positiven Empfehlung der geisteswissenschaftlichen Sektion wurde dementsprechend durch Beschluß des Senats am 1. März 1994 das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte gegründet. Als Gründungsdirektoren berief die Max-Planck-Gesellschaft zugleich Herrn Lorenz Krüger, Frau Lorraine Daston und Herrn Jürgen Renn.

Ziel der Neugründung war und ist es, in Deutschland ein Zentrum der internationalen wissenschaftshistorischen Forschung zu schaffen. In einem solchen Zentrum könnte es - so die Erwartung - gelingen, verschiedene Fachwissenschaften in ihrer historischen Perspektive zu integrieren und die Kooperation von Forschern unterschiedlicher Provenienz dauerhaft zu ermöglichen. Es geht darum, auf der Basis einer innovativen und langfristig angelegten Grundlagenforschung Wissenschaftsgeschichte in theoretischer Absicht zu begründen.

Eine so konzipierte Wissenschaftsgeschichte begreift die Wissenschaft als ein Teilsystem der Kultur; sie untersucht unter epistemologischen Aspekten die individuellen und kollektiven Prozesse der Erkenntnisgewinnung. Diese Prozesse stehen zudem in Wechselwirkung mit tradierten Denkformen und kulturellen Prägungen der jeweiligen Epoche. Thematisch konzentrieren sich die Untersuchungen auf die neuzeitlichen Naturwissenschaften. Sie können sich zum Beispiel mit solchen Denkkategorien wie "Experiment", "Beweis", "Kausalität", "Objektivität", "Substanz", "Funktion", "Determinismus" oder "Probabilismus" befassen.

Auf diese Weise sollen relativ allgemeine wissenschaftsgeschichtliche Probleme spezifisch untersucht werden, wie etwa Fragen der Ausdifferenzierung von Einzelwissenschaften, ihre Annäherung und Distanz zueinander, ihre Autarkie und Komplementarität sowie die Frage nach den epochenspezifischen Denk- und Argumentationsmustern. Außerdem sollen im wechselseitigen Austausch, z. B. mit Methoden und Ergebnissen der Kognitionswissenschaften, der psychologischen Strukturforschung und philosophischer Theorien der Begriffsentwicklung neue Einblicke in das Verhältnis zwischen dem Denken und seiner epochalen mentalen Repräsentation gewonnen werden - ein Verhältnis, das für das Verständnis wissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung von entscheidender Bedeutung ist.

Lorenz Krüger war in besonderer Weise an der Ausarbeitung einer solchen theoretischen Konzeption sowie an den Vorarbeiten für die Gründung dieses Instituts und seiner Realisierung beteiligt, bis er nach schwerer Krankheit am 29. September 1994 starb. Seiner wissenschaftlichen Herkunft nach war Krüger ein experimentell und theoretisch ausgebildeter Physiker. Nach Studium und Promotion in Heidelberg, Berlin und Hamburg hatte er sich 1972 bei Erhard Scheibe in Göttingen mit einer Arbeit über den Begriff des Empirismus habilitiert. Von 1973 bis 1981 war er Professor in Bielefeld. Während dieser Zeit absolvierte er auch Gastaufenthalte in Berkeley, Princeton und Pittsburgh, wo er dauerhafte wissenschaftliche Verbindungen knüpfte. Anschließend wirkte er von 1981 bis 1986 in Berlin. In diese Zeit fällt auch das von ihm am Bielefelder Zentrum für Interdisziplinäre Forschung geleitete Projekt "Die probabilistische Revolution". Dieses Projekt hatte die Dynamik wissenschaftlicher Entwicklungen zum Gegenstand. 1986 wurde Lorenz Krüger Nachfolger von Erhard Scheibe in Göttingen. Als er 1992 in Berlin die kommissarische Leitung des Forschungsschwerpunktes für Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie übernahm, der aus der Evaluation verschiedener Institute der Akademie der Wissenschaften der DDR durch den Wissenschaftsrat hervorgegangen war, legte er zugleich eine Keimzelle für das Institut, dessen Eröffnung wir heute feiern. Es war der ausdrückliche, kurz vor seinem Tod zum Ausdruck gebrachte Wunsch von Lorenz Krüger, möglichst bald seine Nachfolge zu klären. Die zuständige Kommission der geisteswissenschaftlichen Sektion wird morgen mit den Beratungen darüber beginnen.

Das Gründungskonzept für das Institut sah die gleichzeitige Berufung von drei Direktoren vor: neben Lorenz Krüger berief die Max-Planck-Gesellschaft die Mathematikhistorikerin Lorraine Daston von der Universität Chicago und den Physiker, Mathematiker und Wissenschaftshistoriker Jürgen Renn von der Universität Boston.

Jürgen Renn hat Physik, Mathematik, Philosophie, Wissenschaftsgeschichte und Kunstgeschichte an mehreren Universitäten des In- und Auslandes studiert und wurde 1987 im Fach Mathematik promoviert. Er lehrte in Boston, dann als Simon Silvermann Gastprofessor in Tel-Aviv und ab April 1993 an der ETH in Zürich auf einem Lehrstuhl, den zuvor Paul Feyerabend innehatte. 1991 war er Mitbegründer einer internationalen Projektgruppe zur Einführung neuer Technologien in der Wissenschaftsgeschichte. Am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin ist Herr Renn einer der beiden Leiter der Arbeitsstelle Albert Einstein.

In seinen Arbeiten zur Wissenschaftsgeschichte hat er sich unter anderem mit den Auswirkungen der Ideen Galileo Galileis auf die Entwicklung von Begriffen und Mustern der Wahrnehmung befaßt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entstehungsphase der modernen Physik und damit das Werk Einsteins im Hinblick auf den darin enthaltenen kognitiven Wandel. Im Rahmen seines Engagements für die Edition und Kommentierung der "Einstein Papers" hat er neue Technologien zur Verknüpfung von historischer Epistemologie und Quellenforschung entwickelt.

Lorraine Daston ist ihrer wissenschaftlichen Herkunft nach Mathematikhistorikerin und wurde 1979 in Harvard im Fach Wissenschaftsgeschichte promoviert. Nach einer Tätigkeit in Princeton und an der Brandeis University nahm sie 1990 einen Ruf der Universität Göttingen auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte an. Seit 1992 hatte sie einen Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Chicago inne, bevor sie schließlich den Ruf an das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte annahm.

Die Arbeiten von Frau Daston beschäftigen sich mit den philosophischen Grundlagen und Kontexten wissenschaftlicher Theorien in historischer Perspektive. Sie hat sich mit der Entwicklung der klassischen Wahrscheinlichkeitstheorie und deren Einbettung in die philosophischen Diskurse der Aufklärung befaßt. Dabei hat sie die Bedingungen der Quantifikation offengelegt und die Grundbegriffe Wahrscheinlichkeit und Rationalität in ihrer historischen Veränderung untersucht. Überdies hat sie an dem zweibändigen Werk über die "Probabilistische Revolution" mitgearbeitet und dieses mit herausgegeben, ebenso die Publikation "The Empire of Chance", letztere zusammen mit Lorenz Krüger und ihrem Ehemann Gerd Gigerenzer, der aufgrund eines völlig unabhängigen Berufungsverfahrens nun bald mein ständiger Kollege am Max-Planck-Institut für psychologische Forschung in München sein wird. Hinzu kommen Veröffentlichungen von Frau Daston zur Geschichte der Statistik und der Geometrie sowie zur Philosophie der Mathematik, ferner zu Problemen der Psychologie und der Physik sowie zu den wissenschaftlichen Deutungen von Wundern und Monstern in der Renaissance und in der wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts. Ihre jüngste Studie befaßt sich mit dem Begriff der Objektivität vom 17. bis zum 20. Jahrhundert.

Mit der Gründung des transdisziplinären Max-Planck-Instituts schließt sich institutionell eine Lücke zu der an vielen deutschen Universitäten meist fachspezifisch betriebenen wissenschaftsgeschichtlichen Forschung in Deutschland. Um einen Orientierungswechsel in der wissenschaftshistorischen Forschung zu befördern, wird das Institut eng mit Universitäten, Archiven, Bibliotheken und Museen zusammenarbeiten. Die Präsenz ausländischer Gastwissenschaftler und die intensive Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowohl durch Stipendienprogramme als auch durch zwei Nachwuchsgruppen sollen ein internationales und der Kreativität förderliches Forum für Wissenschaftsgeschichte entstehen lassen.

Seit der Gründung des Instituts ist bereits viel Aufbauarbeit geleistet worden. Zahlreiche Mitarbeiter haben inzwischen ihre Arbeit aufgenommen. Das Institut hat für die ersten Jahre seines Bestehens Unterkunft in diesem Gebäude der tschechischen Botschaft gefunden. Dafür möchte ich seiner Exzellenz, dem Herrn Botschafter, ausdrücklich danken.

Die enge Verbindung und die Verbundenheit der einzelnen Institute mit der Max-Planck-Gesellschaft im ganzen wird nicht nur materiell durch die jährlichen Haushaltspläne, sondern auch symbolisch durch eine Max-Planck-Büste ausgedrückt, die in jedem unserer Institute steht. Für die Institute in den neuen Bundesländern wurden dafür eigens Abgüsse von einer Max-Planck-Büste gefertigt, die Gisela Boeckh-von Tzschoppe geschaffen hat. Die Künstlerin war weitschichtig mit Max Planck verwandt und er saß ihr zweimal Modell: 1929 für eine Büste, die im 2. Weltkrieg verlorenging und 1947 für das Original dieser Büste, die auch bei der Trauerfeier für Max Planck in Göttingen aufgestellt worden war.

Dem Institut und seinen Direktoren wünsche ich ein erfolgreiches Arbeiten in einem anregenden akademischen und öffentlichen Umfeld. Ich darf Ihnen versichern, daß die Max-Planck-Gesellschaft, soweit es in ihrer Macht steht, ihren Teil dazu beitragen wird.

Address of Prof. Albin Eser

Sehr verehrte Frau Daston, lieber Herr Renn, verehrte Damen, meine Herren!

Nachdem in Gestalt des Vizepräsidenten gleichsam die Eltern mit unverkennbarem Stolz ihr neues Institutskind der Öffentlichkeit vorgestellt haben, dürfen natürlich auch die Geschwisterinstitute nicht an der Wiege des Neugeborenen fehlen. Als deren Vertreter bin ich hier, um wenigstens in einem kurzen Grußwort die Grüße und Glückwünsche der Geisteswissenschaftlichen Sektion zu überbringen.

Wie es sich im Verhältnis von Eltern und Geschwistern gebührt, wurden von Ersteren zuvor die größeren Zusammenhänge herausgestellt, wobei auch die etwas langwierige Präkonzeptionsphase zur Sprache kam, dann aber über eine sehr viel schnellere und durch die politische Wende beschleunigte Nidationsphase berichtet werden konnte, der nach vergleichsweise kurzer Schwangerschaft vor etwa einem Jahr die Geburtsstunde des Instituts folgte. Den Geschwistern bleibt deshalb nur noch die Rolle des neugierigen Beobachters an der Wiege? Oder vielleicht sollten wir besser von Laufstall sprechen, hat das Neugeborene doch inzwischen schon ein Jahr hinter sich und unter Vorlegen eines ersten Erfahrungsberichts auch bereits die ersten Trippelschritte vorgeführt.

Was aber geht gleichsam durch den Kopf des älteren Bruders, der auf die sehr viel jüngere Schwester hinabschaut? Wird er vielleicht denken: Wie gut, daß wir schon früher geboren wurden und daher bereits den Löwenanteil des Erlangbaren in Besitz genommen haben, vielleicht sogar mit dem abschätzigen Hintergedanken, da von dem Spätling doch nicht mehr so viel zu erwarten sei? Oder wird der Nachkömmling eher als der hoffnungsvolle Sprößling empfunden, von dem noch etwas ganz besonderes zu erwarten ist?

An einem Tag wie dem heutigen ist natürlich nur Letzteres zu denken und zu wünschen. Und dazu besteht ja auch aller Anlaß, zumal sich diese Neugründung in mancher Hinsicht von seinen Geschwisterinstituten abhebt.

Das gilt schon rein historisch, handelt es sich doch bei diesem Institut - im Unterschied etwa zur Neugründung in Jena (dem Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen), das seine dominant westdeutschen Gene schwerlich verleugnen kann - um eine Pflanze, in der auch Erbmasse aus einer ehemaligen Akademie der DDR eine Fortpflanzung erfährt. Dies bietet die Chance, aus Kenntnissen und Erfahrungen einer Wissenschaft ganz anderer Art zu schöpfen, wobei die Frage, ob positiv oder negativ, hier natürlich offen bleiben mag; auf jeden Fall ist auch jene Phase ein Teil deutscher Wissenschaftsgeschichte, die nicht einfach ignoriert werden darf. Insofern kann das neue Institut auch als Transformator zwischen verschiedenen geschichtlichen und ideologischen Phasen Wirksamkeit entfalten. Auch mag es damit als ein symbolischer Hoffnungsstrahl für jene erscheinen, die nicht alles, was in der DDR geschehen und geschaffen wurde, schlicht mit dem Mantel der Vergessenheit überdeckt sehen möchten.

Doch auch in institutioneller Hinsicht sind mit dieser Neugründung besondere Hoffnungen verbunden, gilt es doch die bisherige Pluralitt von verschiedenen monodisziplinären Wissenschaftsgeschichten in einer primär interdisziplinären Forschungsstätte zusammenzuführen. Die damit verbundene Chance einer neuen institutionellen Schubkraft wird um so besser zur Entfaltung kommen können, je mehr sich dieses Institut zugleich auch als Forum für andere Institutionen - wie Universitäten, Archive, Bibliotheken und Museen - versteht und die notwendige innere Festigkeit mit einem Höchstmaß an Offenheit nach außen verbindet.

Worin aber könnte speziell die Bedeutung dieses Instituts für die Geisteswissenschaften liegen? Während sich die anderen Geschwisterinstitute gewissermaßen durch Geist mit Geistigem beschäftigen, ist hier gewissermaßen der Geist selbst in seinem geschichtlichen Werden, Wandel und Vergehen der Gegenstand von Wissenschaft: Insofern handelt es sich bei diesem Institut - falls eine solche Steigerung überhaupt möglich ist - gleichsam um das geisteswissenschaftlichste Institut, das es in diesen Sektionen bisher gibt. Insofern könnte es zu einer Art Flaggschiff für die Geisteswissenschaften werden.

Zugleich kann es aber auch als Fährschiff zwischen den verschiedenen Disziplinen und Sektionen dienen, indem es sich inhaltlich gerade auch mit Natur- und künftig vielleicht auch den Lebenswissenschaften beschäftigt und damit auch eine Brücke zwischen den Sektionen bilden kann.

Damit unmißverständlich klar wird, daß es sich bei den hier ausgedrückten Hoffnungen nicht um bloßes Gerede handelt, haben wir bereits für morgen im neuen Institut eine Sitzung der Berufungskommission anberaumt, um die schmerzliche Lücke zu schließen, die durch den frühen und tragischen Tod von Lorenz Krüger geblieben ist. Wenn deshalb auch an dieser Stelle seiner engagierten Konzeptions- und Vorbereitungsleistungen zu gedenken ist, so kann der wahre Dank an ihn vielleicht am besten darin bestehen, nun um so entschlossener das von ihm mitentworfene Werk zur Vollendung zu bringen.

In diesem Sinne und mit dieser Hoffnung gelten Ihnen allen - den Direktoren und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Bibliotheksangestellten und Schreibkräften, dem technischen Personal und jedem, der wie sonst auch immer dieser Neugründung zu Diensten steht - die herzlichsten Glückwünsche der Geisteswissenschaftlichen Sektion.

Address of Ambassador Frantisek Cerny

Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe "Mitbewohner" unseres Hauses - das Wort muß es eigentlich auch im Deutschen geben.

Ich möchte Sie sozusagen als Hausherr recht herzlich bei Ihrer Eröffnungsfeier begrüßen. In einem so erlauchten Kreis von Wissenschaftlern zu sprechen, bringt mich natürlich sehr in Verlegenheit, aber Wissenschaftler pflegen ja auch politisch interessierte Menschen zu sein und so sei es mir erlaubt, auf den von mir und meinen Mitarbeitern als sehr glücklich empfundenen Umstand hinzuweisen, daß es nun schon seit einiger Zeit in diesem Haus eine bei allen gelegentlichen technischen Störungen im Grunde genommen als Außenstelle der Botschaft der Tschechischen Republik und dem Max-Planck-Wissenschaftsinstitut zu beobachten gibt, also zwischen uns Tschechen, die wir hier die Interessen unseres Landes zu vertreten haben, und Ihnen, die Sie hier in Berlin Ihrer wissenschaftlichen Arbeit nachgehen.

Diese funktionierende Symbiose unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlicher Tätigkeiten sollte natürlich nicht zu einem billigen Symbol hochgeredet werden, vielleicht ist es jedoch mindestens ein kleines, aber gutes Beispiel eines gutnachbarlichen Zusammenlebens, das möglichst viel Schule machen sollte und könnte.

Um Ihnen meine Verbindung zu Max Planck zu beschreiben, möchte ich Ihnen eine kleine Episode erzählen: meine Schwiegermutter ist älteste lebende tschechische Schriftstellerin, 91 Jahre alt. In ihren Anfängen hat sie eine kleine Erzählung geschrieben, so wie man sich damals die Physik vorstellte. Die Hauptperson war: Max Planck. Im übrigen wäre mein 21-jähriger Sohn viel besser geeignet, hier zu Ihnen zu sprechen, denn er studiert an der Karls-Universität in Prag Mathematik und Physik.

Gerade jetzt in diesen Wochen und Monaten, in denen der schon sehr lange, praktisch seit Jahrhunderten stattfindende, manchmal leider auch sehr kontrovers verlaufende Dialog zwischen Deutschen und Tschechen, zwischen Tschechen und Deutschen - durch die Rede des Präsidenten, die anschliessende Debatte im Deutschen Bundestag, und neuerdings durch den vorgestern in Bonn und Prag veröffentlichten gemeinsamen Aufruf zur Versöhnung, den 105 tschechische und sudetendeutsche, also zahlreiche Intellektuelle aus meinem Land wie aus der BRD unterzeichnet haben, neue und hoffentlich produktive weiterführende Impulse erhalten hat.

Es kommt aber nicht nur auf die sogenannte große Politik und hohe Diplomatie an, sondern auf die vielen kleinen, aber umso autentischeren und effektiveren Handlungen und Interaktionen zwischen einzelnen Menschen

Ich möchte Ihnen dies an einem kleinen Beispiel erläutern. Sicherlich haben Sie beim Hereinkommen den Flügel unten am Eingang gesehen. Mit diesem Steinway-Flügel hat es eine bestimmte Bewandnis auf sich. Die Pianistin Gerda Nette hat dieses wunderschöne Instrument von ihrem Mann, dem Musiker Hermann Rothe zur Hochzeit geschenkt bekommen und hat darauf in aller Welt glanzvolle Konzerte gegeben. Als nun 1944 der Krieg immer näher an Berlin heranrückte und sie sich Sorgen um ihr kostbares Instrument machte, veranlaßte sie, daß der Flügel in das damalige Protektorat "Böhmen und Mähren" gebracht wurde, nichtahnend, daß er dort in solcher Sicherheit sein würde, daß er nicht mehr zurückkommen würde. Der Flügel wurde in der Prager Akademie der musischen Künste abgestellt, wo er den Studenten gute Dienste leistete. Das Instrument kam in die Jahre und es ging auf Wanderschaft. Er endete schließlich als Übungsinstrument für Balletteleven in Prag.

In dieser Zeit hatte Frau Nette immer wieder versucht, ihren geliebten Steinway-Flügel zurückzubekommen. Nach der politischen Wende auch in Prag stiegen ihre Chancen und nach einiger Zeit konnte auch ich mich dieser Sache annehmen. Und so kommt es, daß jetzt, nach insgesamt drei Jahren, der Flügel hier in der Außenstelle der Botschaft der Tschechischen Republik steht. Er steht nicht mehr lange hier; am kommenden Montag wird der Flügel abgeholt. Diesen Transport muß dann die Tschechische Republik auch nicht mehr bezahlen.

Ich muß Ihnen gestehen, meine Damen und Herren, diese Art der Verhandlungen macht mehr Spaß als die üblichen trocknen langwierigen Verhandlungen auf politischer Ebene.

Die Tschechische Republik wünscht den Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte viele Erfolge im Beruf und auch persönlich, besonders denjenigen von Ihnen, die in diesem Haus ein hoffentlich als einigermaßen angenehm empfundenes Domizil gefunden haben. Wir wollen uns bemühen, daß sich das auch weiterhin so fortsetzt, als - wie gesagt - konkretes Beispiel guter Nachbarschaft, die beiden Partnern Vorteile bringt.

Address of Prof. Lorraine Daston

Zur Erinnerung an Lorenz Krüger

Ich möchte an jemanden erinnern, der heute nicht bei dieser Feier dabei sein kann, so sehr er sich es auch gewünscht hätte: Lorenz Krüger, der der dritte Direktor des neuen Instituts gewesen wäre. Professor Krüger ist im letzten September gestorben - in tragischer Weise, all zu rasch, nach einigen Monaten an einer grausamen Krankheit. Alle, die ihn kannten, vermissen ihn zutiefst - seine Familie, seine Kollegen, seine Studenten und viele Freunde hier und fern. Heute ist nicht der Tag, um über die wissenschaftliche Arbeit oder über den Charakter von Lorenz Krüger genauer zu reflektieren. Es genügt zu sagen, daß er für seine Arbeit bewundert und für seinen Charakter verehrt und geliebt wurde. Heute möchte ich nur etwas darüber sagen, wie, so hoffe ich, dieses Institut ihn erinnern wird.

Lorenz hatte eine geniale Begabung für intellektuelle Geselligkeit. Seine Begabung florierte nicht nur im intensiven Gespräch mit einem oder zwei Kollegen oder in einem Oberseminar mit begeisterten Studenten, sondern auch in größeren, bunten Gruppen. Meine erste Begegnung mit Lorenz war in genau einer solchen großen, bunten Gruppe, vor mehr als ein Dutzend Jahren. Zusammen mit Nancy Cartwright und Ian Hacking, beide damals Professoren an der Stanford University, hatte Lorenz ein einjähriges Forschungsprojekt "Die probabilistische Revolution" am Zentrum für interdisziplinäre Forschung in Bielefeld organisiert. Wir kamen aus Budapest und Boston, Los Angeles und Helsinki; wir waren Historiker und Physiker, Philosophen und Ökonomen; wir waren einige neu promoviert und andere fast emeritiert. Und jeder einzelne von uns war überzeugt, höflich aber bestimmt, daß zumindest einige der anderen falsche, querköpfige oder sogar völlig unverständliche Ansichten über genau die Themen hatten, die wir gemeinsam explorieren sollten. Jeder Buchmacher mit einer guten Nase für Wahrscheinlichkeiten hätte darauf gewettet, daß diese Gruppe keine einzige Cocktailparty gemeinsam durchstehen würde, nicht zu reden von einem einjährigen kollektiven Forschungsprojekt.

Aber durch eine Mischung von Herzlichkeit, Neugierde und Klarheit verschmolz Lorenz diese unwahrscheinliche Gruppe (über Wahrscheinlichkeiten) zu einer intellektuellen Gemeinschaft, die miteinander reden, miteinander argumentieren und sogar gemeinsam schreiben konnte. Ich möchte nicht behaupten, daß wir immer einen Konsens erreicht haben. Manchmal konnten einige andere überreden, aber meistens nicht. Ich möchte nur sagen, daß wir im Laufe des Jahres von Lorenz gelernt haben, eine exotische Position gründlich und von innen zu verstehen und dann diese genau so gründlich zu kritisieren, bis Klarheit, wenn nicht Übereinstimmung entstand. Was Lorenz uns durch sein Vorbild lehrte, war, daß es möglich ist, die Sympathie eines Historikers für exotische Denkweisen mit der unbestechlichen Schärfe eines analytischen Philosophen zu vereinigen.

Für Lorenz waren beides, Sympathie und Schärfe, Zeichen von Respekt und Vertrauen in seinen Gesprächspartner. Man braucht ziemlich viel Respekt und Vertrauen, um unbeirrt mit dem Versuch, zu verstehen und zu kritisieren, fortzufahren, d. h., um zu glauben, daß das scheinbar Unverstehbare tatsächlich Sinn macht und deswegen kritikfähig ist. Ich erinnere mich an eine besonders undurchsichtige Passage in Gassendis Syntagma, womit Lorenz und ich zusammen einmal einige Stunden verbracht hatten. Erschöpft und ungeduldig zitierte ich Voltaires Bemerkung über die Werke von Gassendi: "Das Leben ist zu kurz, die Zeit zu kostbar, um von nutzlosen Dingen zu reden." Aber Lorenz lächelte und antwortete: "Er will uns etwas sagen. Wenn wir es noch nicht verstanden haben, dann müssen wir aufmerksamer zuhören".

Lorenz Krüger war eine rara avis, der zugleich an die Notwendigkeit von Hermeneutik und die Universalität von Begriffen fest glaubte. Als Erinnerung an den Geist seiner Arbeit wird das Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte nächstes Jahr ein Postdoctoral Stipendium für hervorragende Forschung im Zwischenfeld von Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftstheorie verleihen.

Lorenz's wissenschaftliche Arbeit in diesem Zwischenfeld war im Einklang mit seiner intellektuellen Geselligkeit. Sein Genie für intellektuelle Geselligkeit entsprang der Überzeugung, daß das Modell für das intellektuelle Leben die offene und aufmerksame Konversation unter Freunden ist, eine Konversation, in der das größte Kompliment nicht Konsens, sondern Argument ist.

Genie, wie Kant uns in der dritten Kritik lehrt, kann nicht nachgeahmt werden: "Darin ist jedermann einig, daß Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegenzusetzen sei." [Kritik der Urteilskraft, § 47/182] Aber wir können dennoch versuchen, den Willen zur Sympathie und den Willen zur Klarheit nachzuahmen, die die Voraussetzung dieser Art intellektueller Geselligkeit sind. Es ist meine größte Hoffnung für das neue Institut, daß es von diesen halb wissenschaftlichen, halb sozialen Tugenden belebt sein wird. Und damit können wir Lorenz Krüger gedenken, in der Art, die Lorenz selbst am besten gefallen hätte: in fruchtbaren Konversationen, mit ebenso vielen Bacon'schen Überraschungen wie klaren Cartesianischen Ideen.

Lecture of Prof. John L. Heilbron

In the early autumn of 1946, the Royal Society of London belatedly celebrated the three-hundredth anniversary of the birth of Isaac Newton, which had been postponed because of the world war. The Society invited participants from all the major science-producing countries except the former axis powers. Just before the event, however, it decided that a celebration of international science without some representative of Germany would be a travesty. But whom to invite? The organizers could think of only one person acceptable to the British for his character and eminence and plausible to the Germans for his leadership and patriotism. That was Max Planck, then 88 years of age, weak in body and spirit, but willing to undertake the difficult journey on behalf of German science and to play the hard part of representing a defeated foe in the victor's capital.

At the opening session, a page announced the participants as they entered the lecture hall. In each case he gave the name, affiliation, and the country. Planck was the last to enter. His name had not been printed on the official list of delegates. The page was nonplussed. He announced, "Professor Planck, from no country." The old man shuffled into the hall. The foreign guests, who were as surprised as the page, gave Planck an ovation. When the applause ceased, the president of the Society announced, "Max Planck from the world of science."

Planck's world of science encompassed much more than the Royal Society's. He counted all respectable branches of disinterested knowledge, objectively pursued, as Wissenschaften, or, better, as parts of a single unified Wissenschaft. He explicitly included history in science and placed it on the same footing as physics. Like physics, history aims at an objective account and explanation of causally connected events.

Planck's wide world of science did not include its applications. In 1922, as secretary of the Berliner Akademie der Wissenschaften, he rejected a request from the Reichsverband deutscher Technik to add a technical class within the academy. His reason: its members would constitute a foreign body, disrupt the academy's bond of pure, disinterested scientific research, and blunt its "tireless struggle for the steady increase of pure knowledge." That of course did not prevent him from furthering the cause of applied science as president of the Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.

I shall develop Planck's theme of parallels between history and physics far enough to show the place of the history of science. I then describe a precedent for an institute for the history of science proposed, but never established, by the patron saint of my field, George Sarton; continue with unfinished business of Sarton's virtual institute; and end with a plan for an institute for the history of science appropriate to our time. The discussion is biased by, among other things, my belief that history of science is neither a branch of natural science nor an interdisciplinary subject but an integral part of general history.

1. History as Wissenschaft

History shares with physics, as with other natural sciences, the ambition to explain the causes of things objectively, without recourse to divine plans or invisible hands. Indeed, history may have remained truer to this ideal than physics. Further to their similarity, history done properly pursues its goal in accordance with high standards of accuracy and self-criticism. Again like science, it uses a diversified and powerful apparatus, the modern research library with its collections, computers, technicians, and frustrations. And there is another parallel as well, which to me is the most persuasive of all: modern history and modern physics grew up together; they responded similarly to the same impulses; they are linked genetically.

Until the end of the 17th century, physics taken inclusively meant the study of the entire natural world, from cosmology through psychology, as in Aristotle's libri naturales. History taken inclusively meant a set of particular facts untied to general theory, for example, a description of the contents of a region or era. Physics and history therefore had an area in common, with the apparently oxymoronic name of natural history.

The widening of the European consciousness following the discovery of the New World expanded the already overstuffed categories of physics and history. Physics had to accommodate newly discovered lands, seas, flora, and fauna, and, with the recovery of ancient philosophies eclipsed by Aristotle's and the elaboration of a cosmology alternative to Ptolemy's, a cornucopia of learned novelties as well. History had to swallow the existence of peoples unknown to the Greeks or to the Christian dispensation. A period of confusion ensued that lasted until the scientific revolution of the 17th and 18th centuries. During that extended revolution, both disciplines underwent a transformation that left them looking almost like the modern subjects that bear their names.

The transformation narrowed the coverages of history and physics and refashioned their aims and methods. The instruments of the transformation were just that -- instruments. During the 18th century, physics became all but synonymous with experimental physics. It admitted only subject matter that could be explored and demonstrated with pullies, levers, pumps, electrical machines, magnets, balances, and the like. It shed biology and chemistry. At the same time, primarily to defend the Catholic church against Protestant notions of history, a group of Benedictines and another of Jesuits worked out the basic critical apparatus for authenticating texts. By the early 18th century, they had founded diplomatics, or external textual analysis, paleography, and exact comparative chronology. History became largely the study and authentication of documents concerning political, military, and religious matters.

The 19th century saw an intensification of the critical approach to history to include evaluation of the content of documents -- the so-called internal criticism -- in addition to refinement of the methods of authentication introduced by the Benedictines and Jesuits. To this expanded criticism, Ranke and his school contributed the principle of relativity: the past should be reconstructed how it was, on its own terms, and not judged by the distance of its moral values from the historian's. Physicists eventually came in their turn to drop the idea of the privileged observer.

History paralleled physics in the 19th century in one other respect--practical training for doctorands. Ranke established his seminar, or, as he sometimes called it, his laboratory, in 1835. About the same time, physicists, consciously copying the methods of Geisteswissenschaften, began to use the seminar method. The physics institutes that began to appear around 1870 were descendents of the seminars inspired by the example of philology, history, and other unnatural sciences.

At the end of the 19th century, influential historians and physicists regarded their respective disciplines with the same justified contentment. Here are two fin-de-siècle texts, one by an historian, the other by a physicist. Can you tell which is which? The first text:

It seems probable that most of the grand underlying principles [of history or physics] have been firmly established and that further advances are to be sought chiefly in the rigorous application of those principles to all the phenomena which come under our notice.

Here is the second text:

Ultimate [physics or] history we cannot have in this generation; but ... all information is [now] within reach, and every problem has become capable of solution.

The answer: the second quotation comes from Lord Acton's report of 1896 on the status of the Cambridge modern history, of which he was editor; the first comes from A. A. Michelson's speech of 1894 at the dedication of the physical laboratories at the University of Chicago.

The American historian Harry Elmer Barnes wrote in 1937, in the standard English text on the history of history, that "the most important historical writing of all time has been done in the last fifty years." Barnes based his flattering assessment on the expansion of the scope of history beginning with Marx. In that fertile half century, historians had come to include economics, art, literature, law, social institutions, and general culture in their descriptions, and the perspectives of anthropology, sociology, and psychology in their analyses. The simultaneous parallel in physics was the broadening of its objective beyond the reduction of all physical phenomena to mechanical description. By1900 it had accepted, as appropriate and irreducible alternative descriptions, thermodynamics and electromagnetism. Twenty-five years later, after a series of advances as dramatic as history's, it had also accepted the non-mechanical descriptions descended from Planck's quantum theory.

Among the new subjects Barnes included as evidence of the broadening scope of history was science. To be sure, he wrote, historians had not yet given the history of science "favorable or fruitful attention." In his opinion, they no longer could afford to ignore it. "A generation hence [he wrote], it may well occupy as much of their attention as the history of constitution-making." This prognostication has proved true, in part because historians' interest in the making of constitutions is not what it used to be.

While Barnes was putting the finishing touches on his history of history, Sarton published the definitive version of his plan for an institute for history of science.

2. Sarton's Institute

Sarton had emigrated from Belgium to the United States in 1915 in the hope of pursuing his absurd program of writing a universal history of science. The program was absurd, not only because Sarton's definition of science was as inclusive as Planck's and because its fulfillment required a command of all current sciences and of all languages, living and dead, of Europe and Asia; it was also absurd because very few people had the least interest 80 years ago in an exact and exacting history of science.

Sarton scratched for grants in an almost barren intellectual soil; he practiced his own preaching by learning Arabic and writing about science in every clime and time; and he created the first serious scholarly instruments for the historian of science. These were his Introduction to the history of science, which reached the 14th century and 4334 pages in 1948, and his journal Isis, which offered (and still offers) an annual critical bibliography of publications about science, its history, and its culture. In 1936 Sarton gained the haven and heaven of a professorship at Harvard, and gave an inaugural lecture, which he published in Isis to serve as a milestone, as he said in his modest way, against which progress in the field could be measured at later inaugurations.

The main ingredients in this milestone were the rocks Sarton threw at scientists who wrote incompetently on the history of their disciplines. He insisted that historians must meet standards of accuracy and objectivity, and deploy research techniques, no less demanding than those typical of the natural sciences. Scientists who write history (this is Sarton's assertion, not mine) abandon their standards and relax their rigor from the first word. The result is worse than useless, since it diminishes the history of science for everyone, including the relaxed authors.

To drive out the amateurs and establish his field as Wissenschaft, Sarton proposed the creation of an institute for the history of science and civilization. (For him the title was redundant, since he equated science with civilization.) He first described his vision in 1917, in Science, a general journal for scientists, and so was uncharacteristically conciliatory. He offered cooperation. "The fundamental idea of the institute is to organize --for the first time--a systematic collaboration between scientist, historian, and philosopher." Their interests are complementary: the historian studies history of science "to give a true picture of the development of civilization;" the scientist, to understand the interconnections of the various branches of science; and the philosopher, to synthesize the foundations, in the manner of an Aristotle or a Comte. Owing to the growth and complexity of science since Comte's time, however, all these jobs now required team work.

The leaders in the work must be trained equally as scientists and historians. They must have an institute, equipped with all the critical apparatus they require and generate, and with a collection of books, prints, and instruments. They must have technicians, bibliographers, photographers, and editors (for they would publish two journals, one professional, one popular). But above all, the institute would serve the history of science "by relentlessly insisting upon the necessity of raising the standard of scholarship as high as possible."

No one came forward to endow Sarton's institute. He took the occasion of his inauguration at Harvard to circulate an updated version of his plan. Now the institute was to take the preparation of massive and authoritative accounts of "the whole of objective and verifiable knowledge" as its primary task. Its members, distributed hierarchically into administrators, senior members, junior scholars, and apprentices, must all be humanists, dedicated not only to the study of "the most precious common good of mankind," but also to the integration, and hence the humanization, of science in general education. All this was the work not of a transient institute, but of an establishment, where generations of scholars could pursue their investigations in peace, productivity, and prosperity. He gave the example of the Benedictines and the Jesuits, whose projects were (indeed, are) still alive after 300 years. Yet, in 1936 as in 1917, Sarton saw the immediate objectives of the establishment as the production of a few standard works that would raise "the level of historiography throughout the world", and the silencing of dilettante scientists who write their histories "with a complete lack of scholarly integrity."

In Sarton's austere vision, history of science produces history in Ranke's and Acton's style -- positive facts, exact bibliographical data, authoritative editions of monographs, reliable biographies, and finished accounts of discoveries. We have come far since 1936 in creating standard-raising exemplars in these essential categories. Among much evidence that could be offered, I give the Dictionary of scientific biography, an uneven work published in 16 volumes between 1960 and 1970; the meticulous, some might say, compulsive, editions of the papers of Newton, Darwin, Einstein, and Henry; the correspondence of Oldenburg, Bohr, Boscovich, Lavoisier, Pauli, and many others; the work of Neugebauer's and Clagett's schools on the exact sciences of antiquity and the middle ages; the compendia of Needham and his associates on Chinese science; and, no doubt, much more.

These works have established standards now taken for granted in the better graduate schools. They are propagated further by more journals in the history of science than Sarton could have foreseen in his wildest imaginings. Almost all these books and articles were written at universities by individual scholars laboring alone or with a graduate student or two. The work continues, producing monographs, bibliographies, and biographies that reach the same or higher standards. There is now no need for an institute to multiply this sort of product or to try to improve upon it.

3. Unfinished Business

Professionals and amateurs

The matter is otherwise with the second of the problems Sarton deemed most pressing, that is, driving the authors of substandard histories from the field of glory. To be sure, the problem now is not what it was in Sarton's day. Then, historians of science had reason to think that their voices might be drowned in a sea of incompetent historical writings by scientists. Now, however, the tables are turned, or so the American Physical Society has claimed in a recent attack on the Smithsonian Institution of Washington.

Last year, the Smithsonian opened a permanent exhibit entitled "Science in American Life." ("Permanent" in museum terminology means around 15 years.) Its opening scene, set in a replica of the original chemistry laboratory at Johns Hopkins University, is an argument between two dummies representing the professor of chemistry and a German graduate student. The student had made a marketable discovery in the laboratory, and had marketed it; the professor complained that the student had not credited the laboratory properly. Toward the end of the exhibit, the visitor hears Rachel Carson warning about chemical pollution of the planet and sees reminders of the damage done by pesticides and herbicides. In between, an extensive presentation of the Manhattan Project, statistics about the loss of life at Hiroshima and Nagasaki, and a bomb shelter resurrected from the American midwest continue the theme that science can be inimical to your health.

A spokesman for the Physical Society complained to the newspapers that the Smithsonian portrayed science in too dark a light. A meeting was arranged between the Society's top officers and the Smithsonian's curators. The result was instructive. The scientists did not regard the curator-historians as fellow workers in the vineyard of truth; the curators assumed that the scientists had come to adulterate the harvest of five-years of labor in the archives and scrap heaps of history. Neither side succeeded in budging the other.

Why this antipathy between historians and the scientists whose work they portray? We might conjecture that, on the one side, there is a true antipathy to science rooted in modern social history and the anti-science movement of the 1970s and 1980s, and, on the other side, a true contempt of the historical enterprise and a worry that public denigration will further erode the funding of science. A rapprochement is urgently needed. It can be assisted by historians more sympathetic to science than the Smithsonian curators and physicists less fidgety than the leadership of the American Physical Society about airing negative aspects of science. An institute for the history of science that brought together influential scientists and concerned historians could be an important instrument in adjusting perspectives.

One possible format for peaceful and productive interaction would reverse the usual objectives of oral history. Typically, an historian asks a scientist for recollections about an episode, institution, or discovery. The outcome frequently is disappointment. The recollections do not fit with the documents or with other reminiscences; or, what is worse, all the recollections agree perfectly among themselves. This apparent collusion happens because scientists suffer not only from the ordinary fallibility of memory, but also from frequent exposure to canonical stories propagated through professional meetings, textbooks, and bull sessions. Unless the scientist takes the same trouble to recapture the past as the historian, their interview can be worthless, and even harmful.

Interviews differ qualitatively from memoirs, in which the reminiscing scientist takes the initiative. In oral histories, interviewers raise questions interviewees may never have considered and encourage commentary on episodes interviewees have forgotten or, what comes to the same thing, never experienced. These interviews, if recorded and preserved, will pollute the historical record; and, by a species of Gresham's law, will attract more attention than contemporary documents more difficult to find and decipher.

If, however, interviews center on scientists' current views about the past, present, and future of their disciplines, the problem of faulty recollection disappears. This material would be invaluable for later reconstructions of scientists' perceptions and attitudes at the time of the interviews. A series of such interviews with the same people at five-year intervals would create a unique archive for historians, sociologists, and policy analysts. An eligible population of interviewees is not far to seek. The Max-Planck institutes for science and technology could furnish instructive material for the Max- Planck-Institut for history of science. And, reciprocally, scientists drawn into the creation of this archive can learn something about the methods, objectives, and standards of those who aim to be their historians.

Organization of science

Sarton's institute was to include the organization of science, by which he meant primarily the apparatus of science, both bibliographical and instrumental, and secondarily its institutions. Historians of modern science have come to recognize the importance of the institution in shaping as well as enabling the work of individuals. The recognition does not do them much good, however, because coming to grips with institutions and the large-scale researches they support is impractical for historians working in the traditional craft mode. Single researchers, digging all alone in the bedrock of fact, are supposed to return with their nuggets to their solitary studies, there to fashion the original and artistic gems that will earn them their professorships. The lone researcher cannot cope with science organized in the modern manner, for reasons of quality as well as quantity.

In respect of quality, the single historical investigator is outclassed because science results from the combined skills of many different experts, including engineers and project managers as well as scientists, graduate students, and technicians. What scientists create in groups, historians must study in groups. Barnes understood long ago that the enlargement of the scope of general history entailed a profound reorganization of historical work. "No one person could well hope to master every phase of the history of a single society during even a brief period. The great historical works of the future seem destined to become cooperative products."

In respect of quantity, the individual historian of modern times is outnumbered and oppressed by the volume of available documentation. Not only must we contend with the usual sorts of material, like correspondence, notebooks, project proposals and reports, published papers, reminiscences, films, and photographs, but now we face outdated computer records, e-mail, and the unlimited information recoverable from computerized databases and optical disks. Historians will need to associate themselves closely with other experts in trying to order and master this material. Sarton foresaw the need for bibliographers and photographers. Now we must have computer programmers and librarians practiced in the new search techniques as well.

In order to blunt a misunderstanding easily conceived, even by historians, I must insist that the sort of team research I have in mind applies to the intellectual as well as to the social and institutional aspects of science. Not only are the intellectual aspects often inseparable from institutional imperatives, they also often demand more than the lone researcher can manage. To expect one and the same individual to control all the relevant details of a major experiment or theory, and also the several significant stages in its genesis and reception, is to expect too much. Historians should make a virtue of this necessity. Scientists might take our technical work more seriously if we admit that, even with all the benefits of hindsight, one of us is not equal to ten of them.

Perhaps it will be useful to anchor these airy remarks in some examples of subjects now ripe for team research. An obvious choice is a subject that lends itself to cross-national comparisons. One that interests me these days is the Americanization of world science. I have in mind a style that, with only a little exaggeration, is characterized by large machines, large investments, large groups, and little philosophy. Even at its most rarefied, in elementary particle physics, American science exhibits a pragmatism that has no place for the epistemological conundrums that bothered Bohr and Einstein. In a word, I have in mind the intellectual delicacy that, as Burkhardt put it, is common to barbarians and cultivated Americans.

Americanization of European physics began in the 1930s, with the spread of instruments for nuclear physics. The destruction of German science by the Nazis and the interruption of European and Russian science by the war left a vacuum in the Old World, while the pumping of federal money into science in the United States made a plenum in the New. The United States set the tune, tone, and tempo; to compete, Europe, Japan, the Soviet Union, and the so-called developing world had to follow American methods as best they could. The desperation that seized Europe is perhaps best illustrated by the creation of CERN, whose members reluctantly surrendered a measure of national sovereignty and their national scientific styles in order to be able to compete as a group with the United States.

Apart from a detailed history of CERN and shorter accounts of a few other institutions and episodes, historians have neglected the problem of the rebuilding of European (and also Soviet and Japanese) science after the second world war. It would be an excellent project for an institute for the history of science. Americanization, with its prewar antecedents, would be a central theme. So, also, would be beating the United States at its own game. To stick with the example of high-energy physics, the recent cancellation of the super conducting super collider may leave CERN the victor in the competition begun almost half a century ago. Will the loss of American hegemony result in a new world-wide style of science? We will not know unless historians get to work on characterizing the American era.

A second sort of project that the institute might undertake is of the form "Science and X," where X may be technology, literature, religion, government, the military, and so on. As an example, take science and law. For almost two centuries now, the courts have had to find ways to accommodate the increasing obtrusiveness of science. Scientific discoveries have brought new sorts of evidence into the courtroom: evidence from photography, ballistics, fingerprints, polygraphs, x rays, and so on, down to DNA typing. With the evidence have come experts, whose testimony must be evaluated by judges and juries almost uniformly ignorant of the science on which the evidence is based.

More demanding even than the increasingly complicated instrumentation of forensic science has been the rapid multiplication of cases concerning technical questions. At the beginning of the last century, courts faced the brand-new problem of assigning responsibility for exploding steam engines; at the end of our century, they must decide intricate cases involving high-tech products and processes on the basis of expert testimony they are incompetent to evaluate. The situation is particularly unsatisfactory in the United States, where jurors are carefully chosen to know nothing at all.

A comparative history of the interaction of science and the law, and of experts and the courts, would be an excellent project for an institute for the history of science and a timely contribution to the understanding, if not to the solution, of a pressing contemporary problem. The project will need a legal historian and perhaps also a lawyer.

You will have noticed that these examples are drawn from modern history. Older subjects also qualify for the team approach, for example, the professional lives of members of the Paris Academy of science in Napoleon's time, or the transitory dominance of small centers of scientific excellence like Geneva, Leyden, and Edinburgh. But the modern era particularly demands and rewards team research, both because the interesting problems of modern history usually exceed the powers of an individual, and because the 20th century urgently needs the attention of historians. We could profitably declare a moratorium on the study of Galileo, Newton, and Darwin, and devote the resources saved to investigation of, say, the histories of the Kaiser-Wilhelm and Max-Planck institutes.

You may have noticed that I have not placed a philosopher of science on the team. The omission is not a matter of principle but of experience. The experience is an experiment run for many years in the United States. In the early 1950s, the National Science Foundation agreed to support history and philosophy of science on Sarton's old theory that the philosophers, by generalizing and systematizing the results of the historians, would arrive at the true principles of scientific advance--or, if not the true ones, approximations close enough to enable the Foundation to invest wisely among the projects submitted to it. In order to operate efficiently, the philosophers and historians joined together to form departments of history and philosophy of science.

The experiment was a failure. Most of the departments fell apart into non-interacting halves, some of which continued a shaky independent existence and some of which were absorbed into departments of history or philosophy. Although the National Science Foundation still has a program in history and philosophy of science, in practice the evaluating panels meet separately, one for history and one for philosophy. Investment in the collaboration between historians and philosophers has not been profitable. Of course, it may become profitable when conducted by scholars like the regretted Lorenz Krüger, but, for the moment, the institute would do well to be bearish.

4. An Institute for the History of Science

The large professional and flexible support staff required by a modern institute for the history of science should include a clever travel agent. Every senior member ought to be on the road for many weeks each year. Most of this travel will be necessary for the same reason that an institute is no longer needed to raise the standards of ordinary business of historians of science. The universities have the business well in hand.

At this stage of development of the field, an institute for history of science should not collect permanent members. No doubt, it would be easier to create a prestigious scholarly body by tenuring established academics than in any other way. With plentiful staff and resources, and without imposing teaching obligations, the institute would not find it difficult to attract good scholars into permanent or even temporary sinecures; most professors are always ready for a respite from teaching and eager for a place to advance their individual projects with adequate secretarial help. An institute so conducted can support and even abet much distinguished work; but it will not be a unique force in its field. Nor, obviously, can it be unique if organized like a university department consisting of a permanent faculty and diverse student body.

If, however, it had a small number of permanent senior members willing to travel, something might be done. To fix ideas, let there be five such members, each responsible for developing a major research project once every three to five years. The project would be supported by the institute's excellent staff and engage as researchers a mix of graduate students, postdocs, and established scholars, who would come to the institute for stays of varying lengths. The junior members might have overlapping terms of two or three years, the senior ones might come for no more than a few weeks at a time; but everyone on the project would be associated with it for its duration. To give an overly rigid framework, a new quinquennial project would begin every year in the steady state and five projects would be running simultaneously.

The products of the projects would be part of their design. In traditional research projects, books, monographs, and bibliographies; in archival projects, finding aids, authoritative editions, and CD-romsful of source material; in interactive multimedia, like the Yale Greek corpus, computer programs, texts, and optical images; in museology, guide books and exhibits; in general education, textbooks, lesson plans, and curricula. Any or all of these projects might issue newsletters, sponsor public lectures, contribute articles to the learned press, and otherwise popularize their results. And, of course, all projects would have as output the PhD's and postdocs trained in them.

I'm coming to the travel. The design of successful projects will require not only sustained and careful thought about their substance, but also the availability of energetic and qualified personnel. In practice, the substance and the personnel will be identified together. To discover subjects mature and appropriate for a quinquennial project, as well as junior and senior scholars able and willing to participate fully in it, the project's designer will need to keep informed about work under way in the leading centers for history of science and technology; and also about work in other social sciences, humanities, and law that might be incorporated fruitfully into the institute's activities. The designer will also want to meet with advanced graduate students engaged in research that would fit into the project. Even in this era of e-mail and the internet, there is no substitute for knowledge obtainable on site. Hence the institute's need for a travel agent.

I have adopted the model just outlined from the practices of what may probably have been the single most effective private supporter of natural science of all time. I have in mind the Rockefeller philanthropies between the world wars. They sent their agents around Europe and the United States looking for the best people and the most advanced projects within a few general areas -- like quantum physics or molecular biology--that seemed to them intrinsically important and also likely to benefit from the level of funding they could offer. Fellowships made possible long-term exchanges of postdocs and shorter visits of senior scholars among the leading centers. Judicious infusions of capital helped the centers to grow and to purchase expensive apparatus.

The unique importance of the Rockefeller philanthropies in building up the physical sciences and their applications to biology in the interwar years has been documented recently by several historians, who have drawn on the extensive material preserved in the Rockefeller archives. Among this material are the diaries and notebooks of the Rockefeller agents in the field. These agents became very well informed about the areas and researchers they supported and often themselves made useful suggestions for follow-on investigations. Among their wise investments were the transfer of cyclotrons to Europe, the development of the ultra-centrifuge, the method of radioactive tracers, and the support of Bohr, Joliot, Svedberg, Lawrence, and many others.

An institute for the history of science run on the principle I have just outlined would not be an agency for funding research at other centers. Of course, it might give some support to its senior collaborators at their home bases, for example, a stipend for a research assistant to work on the quinquennial project with which the senior scholar is associated. But, in general, the institute would differ from the Rockefeller philanthropies in spending most of its resources on work done within its walls.

One of the chief merits of this model -- which no doubt also has many flaws -- is that it addresses realistically two major long-term problems of small research institutions. The problems are how to engage strong, productive, and imaginative leaders and to keep them vital and innovative. The obligation to devise big, important, practicable, and up-to-date research projects and to hunt out promising young collaborators will help postpone the advent of academic sclerosis. Still, burn out will set in. Its consequences can be mitigated by exchanges of positions between senior members and university professors. A professor might well wish to spend two or three years at the institute not teaching and working out an idea for a collaborative project while the senior member participating in the exchange might regain vigor by teaching in a major research university.

One additional guideline might profitably be laid down: the projects operating at any time should not all be of the same type. All must have strong scholarly content and meet international scholarly standards; but some should reach out beyond professional historians of science to scientists, other scholars, administrators, educators, and the wider society. The long-term and short-term visitors chosen to collaborate on the projects will therefore represent a range of expertise and constituencies. The institute will be lively and diverse. It will quickly create a body of alumni who can spread its peculiar method and special point of view. It will be a unique force in history of science and a model for general history. Let us wish the directors good luck and godspeed in seizing their extraordinary opportunity.

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Last Modified: 05:46pm PDT, August 28, 1996