Vor vierhundert Jahren sah zum ersten Mal ein Mensch den Himmel durch ein Fernrohr – vor vierzig Jahren betrat zum ersten Mal ein Mensch einen fremden Himmelskörper. Von den frühesten Beobachtungen der Regelmäßigkeiten der Himmelsbewegung über die Entwicklung der Astronomie bis zur Raumfahrt ist der Weltraum ein Teil unserer Erfahrungswelt geworden. Die astronomischen Beobachtungen und andere wissenschaftliche Leistungen Galileo Galileis und seiner Zeitgenossen trugen dazu bei, dass im 17. Jahrhundert ein neues Weltbild entstand. Demnach ruht die Erde nicht mehr im Zentrum des Weltalls, sondern kreist als Planet unter Planeten um die Sonne, demnach ist das irdische und das himmlische Geschehen den gleichen physikalischen Gesetzen unterworfen, und demnach war es denkbar geworden, dass auch die Fixsterne ferne Sonnen sind, umkreist von Planeten, und dass es Leben auf anderen Gestirnen gibt. Die historischen Hintergründe, die Kontexte und die Konsequenzen dieser epochalen Wende zu erläutern, ist das Ziel eines Projekts des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte und der Zeitschrift Sterne und Weltraum, für das Galileis Entscheidung, das Fernrohr gen Himmel zu richten, vor genau 400 Jahren der Anlass war. Von Jürgen Renn, Jakob Staude, Matteo Valleriani. mehr