Max Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte
Werkstatt von Jan van Eyck. Stradanus, Nova reperta, 1584, Tafel „Ölfarbe“. Deutsches Museum, Bildstelle.

Aktuelles Forschungsthema

Künstlerwissen im frühneuzeitlichen Europa

Schaffen Künstler auch Wissen? Die Diskussionen, die gerade über die Bedeutung der „künstlerischen Forschung“ geführt werden, und die unterschiedlichen Meinungen an Universitäten und Kunstakademien über einen „Doctorate in the Arts“, einen Doktortitel in der Kunst, zeigen, dass diese Frage heute noch genauso aktuell ist wie in der Frühen Neuzeit. In seiner Gedichtanthologie Den Hof en Boomgaerd der Poesien (1565) ließ der Maler und Dichter Lucas de Heere aus Gent keinen Zweifel daran, dass ihm sein Wissen Ehre und Tugend brachte: „Auch wenn ich nicht die Reichtümer von Krösus habe / so muss ich (wage ich) etwas (zu) sagen. / Aus dem Wissen nämlich, welches äußerst geschätzt / strömen Reichtümer und es wird ihm Ehre erwiesen / es adelt mich, das kann ich bezeugen.” Aber welches Wissen haben Künstler der Frühen Neuzeit wie De Heere als Teil ihres Schaffens betrachtet? Eine neue Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts geht der Frage nach, wie Künstler der frühen Moderne Wissen entdeckt, für sich genutzt, weiter entwickelt, kategorisiert und übermittelt haben. Von Sven Dupré. mehr