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Konferenzen / Conferences

Internationale Konferenz "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus - Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung" (Vorbereitung: Doris Kaufmann)

Berlin, 10. - 13. März 1999


Konferenzprogramm

Eröffnung

Hubert Markl

Einführung

Reinhard Rürup (Berlin): Allgemeine Einführung in das Thema

Doris Kaufmann (Berlin): Fragestellungen des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus"

1. Sektion: Selbstverständnis und politische Option von Wissenschaftlern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Jonathan Harwood (Manchester): Politics and the Self-understanding of German Academics 1890-1933

Margit Szöllösi-Janze (München): Kooperationsverhältnisse von Staat/Militär, Wirtschaft und Wissenschaft im I. Weltkrieg und in der Weimarer Republik: Das Beispiel Fritz Haber

Jeffrey Herf (Ohio): "Reaktionäre Modernisten": Ingenieure und Naturwissenschaftler in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus

Susanne Heim (Berlin): "Vordenker der Vernichtung": Wissenschaftliche Experten als Berater der nationalsozialistischen Politik

Kommentar: Ulrich Herbert (Freiburg)

2. Sektion: Rassenhygienische und genetische Forschungen in Kaiser-Wilhelm-Instituten und nationalsozialistische Rassenpolitik

Matthias M. Weber (München): Rassenhygienische und genetische Forschungen an der Deutschen Forschungsanstalt/KWI für Psychiatrie in München vor und nach 1933

Volker Roelcke (Bonn): Erbpsychologische Forschung aus dem Umkreis der Deutschen Forschungsanstalt/KWI für Psychiatrie im Kontext der "Euthanasie"

Jürgen Peiffer (Tübingen): Neuropathologische Forschung an "Euthanasie"-Opfern in zwei Kaiser-Wilhelm-Instituten

Robert N. Proctor (Philadelphia): The Nazi War on Cancer: The Role of the Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

Benno Müller-Hill (Köln): The blood from Auschwitz and the Silence of the Scholars

Kommentar: Gisela Bock (Berlin)

3. Sektion: Rüstungsforschung und "kriegsrelevante" Forschung

Ute Deichmann (Köln): War-related Chemical Research at the Kaiser Wilhelm Institutes for Chemistry, Medical Research, and Physical Chemistry

Moritz Epple (Mainz/MIT): Kriegsforschung und "kriegswichtige Forschung": Mathematik in Deutschland

Michael Eckert (München): Theoretische Physiker in Kriegsprojekten: Zur Problematik einer internationalen vergleichenden Analyse

Mark Walker (Schenectady, NY): Die Kernspaltung, das Uranprojekt und die Vergangenheitsbewältigung

Helmuth Trischler (München): Small Science or Big Science? Aeronautical Research in Nazi Germany

Kommentar: Wilhelm Deist (Freiburg)

4. Sektion: Anwendungsbezogene Forschung und Industrie unter den Bedingungen der Kriegswirtschaft

Manfred Rasch (Duisburg): Industrieforschung und Kaiser-Wilhelm-Institute

Raymond Stokes (Glasgow): Privileged Applications: Research and Development at I.G. Farben during the NS period

Paul Erker (Berlin): Die Rolle der Forschung bei der Ersatzstoffproduktion: Das Beispiel der Continental Gummi-Werke

Kommentar: Gerald D. Feldman (Berkeley)

5. Sektion: Geisteswissenschaftliche Forschungen und nationalsozialistische Eroberungspolitik

Ingo Haar (Berlin) - "Ostforschung" und "deutscher Lebensraum"

Michael Fahlbusch (Basel) - Für Volk, Führer und Reich! Die Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften und Volkstumspolitik 1931-1945

Ingo Hueck (Frankfurt/Main): Das Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht im Nationalsozialismus

Karen Schönwälder (Frankfurt/Main): Das Geschichtsbild, die politische Option und Bedeutung des Historikers und außerordentlichen Senators der KWG Heinrich Ritter von Srbik

Kommentar: Hartmut Lehmann (Göttingen)

6. Sektion: Nationalsozialistische Wissenschaftspolitik und die Politik der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft als Wissenschaftsorganisation

Michael Grüttner (Berlin/Berkeley): Nationalsozialistische Wissenschaftspolitik

Herbert Mehrtens (Braunschweig): Die Naturwissenschaften in den politischen Strukturen des NS-Staats

Kristie Macrakis (East Lansing): "Surviving the Swastika": The KWG and Science Policy in Nazi Germany

Notker Hammerstein (Frankfurt/Main): Die Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Nationalsozialismus

Mitchell G. Ash (Wien): Emigration und Wissenschaftswandel als Folgen der nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik

Kommentar: Rüdiger vom Bruch (Berlin)

7. Sektion: Wissenschaftliche Denkmuster, Methoden und Fragestellungen der Forschung in den Kaiser-Wilhelm-Instituten/Max-Planck-Instituten nach 1945: Kontinuitäten und Brüche

Paul Weindling (Oxford): The Survival of the Kaiser Wilhelm Institute for Anthropology and Allied policies towards German Medical War Crimes

Hans-Peter Kröner (Münster): Das KWI für Anthropologie und die Humangenetik in der Bundesrepublik Deutschland

Hans-Jörg Rheinberger (Berlin): Die Arbeitsstätte für Virusforschung

Burghard Weiss (Berlin/Lübeck): Groß, teuer und gefährlich? Kernphysikalische Forschungstechnologien an Instituten der KWG vor, während und nach Ende des "Dritten Reiches"

Cathryn Carson (Berkeley): Old Programs, New Politics? Nuclear Reactor Studies after 1945 in the Max-Planck-Institut für Physik

Kommentar: Otto Gerhard Oexle (Göttingen)

Schlußbetrachtung: Wolfgang Schieder (Köln)

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Wissenschaftliches Symposium "Biowissenschaften und Menschenversuche an Kaiser-Wilhelm-Instituten - Die Verbindung nach Auschwitz" (Vorbereitung: Carola Sachse)

Harnack-Haus, Berlin, 7. bis 8. Juni 2001




Programm



Eröffnungsveranstaltung

Eröffnet wurde das wissenschaftliche Symposium des Forschungsprogramms mit einer Veranstaltung im Fritz-Haber-Institut, zu der der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Professor Dr. Hubert Markl, und die beiden Vorsitzenden der Präsidentenkommission "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus", Professor Dr. Reinhard Rürup und Professor Dr. Dr. h. c. Wolfgang Schieder, einluden.

Begrüßung - Wolfgang Schieder, Vorsitzender der Präsidentenkommission "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" (deutsch / english)

Ansprache - Hubert Markl, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V. (deutsch / english)

Ansprache - Jona Laks, Vorsitzende der "Organization of Mengele Twins" (deutsch / english)

Ansprache - Eva Mozes Kor, Präsidentin und Gründerin des Verbandes der Überlebenden der "Children of Auschwitz Nazi Deadly Lab Experiments Survivors" (C.A.N.D.L.E.S.) (english / deutsch)



Symposium

Einführung - Carola Sachse, Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus"

I. Sektion: Verbrecherische Menschenversuche im "Dritten Reich" - die KWI-Aktivitäten im wissenschaftlichen und politischen Kontext

Moderation - Carola Sachse

Michael Hubenstorf (Universität Toronto): Medical Experiments and the Nazi-Behemoth: State Bureaucracy, Nazi Party, Industry, and the Military

Rolf Winau (Freie Universität Berlin): Menschenversuche - Ethische und rechtliche Normen vor dem Nürnberger Ärzteprozeß

II. Sektion: Biowissenschaftliche Forschungsrichtungen an Kaiser-Wilhelm-Instituten und ihr Zugriff auf Häftlinge und menschliche Präparate aus Auschwitz

Moderation - Reinhard Rürup

Bernd Gausemeier (Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus"): Rasse und Krankheit: Auschwitz und die Erbpathologie

Benoit Massin (Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus"): Verschuer, Mengele and Twin Research Carried Out at the KWI for Anthropology, Human Ge-netics and Eugenics

Gerhard Baader (Freie Universität Berlin): Kommentar

Allgemeine Diskussion

III. Sektion: Überlebende Opfer, Täter und Verantwortliche nach 1945

Moderation - Wolfgang Schieder

Paul Weindling (Oxford Brookes University): The Survivor as Witness: Prisoners’ Testimony on Criminal Experiments

Lothar Evers (Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte): Entschädigungsregelungen und -verfahrensweisen in der Nachkriegszeit – offene Rechnungen?

Peter Liebermann (Tannenhof-Stiftung, Psychiatrische Klinik Remscheid): Trauma-Erfahrungen der Überlebenden und gesundheitliche Spätfolgen

Schlußwort - Reinhard Rürup

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Wissenschaftliche Konferenz zum Abschluss des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" (Vorbereitung: Susanne Heim)

Harnack-Haus, Berlin-Dahlem, 15. bis 17. März 2005



Eröffnung - Wolfgang Schieder

Die Max-Planck-Gesellschaft und das Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus." Ein persönlicher Rückblick - Hubert Markl

Die Vergangenheitspolitik der Max-Planck-Gesellschaft im Vergleich.

Podiumsdiskussion


Gerald D. Feldman, Michael Grüttner, Ulrich Herbert, Doris Kaufmann

Vorsitz - Reinhard Rürup

I. Sektion: Verteidigung der Autonomie oder Teilhabe an der Macht?

Kommentar - Rüdiger vom Bruch
Vorsitz - Gerhard A. Ritter

Rüdiger Hachtmann: Politik und Verwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im "Dritten Reich"

Carola Sachse und Mark Walker: Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im internationalen Vergleich

II. Sektion: Paradigmenwechsel und Modernisierung. Biowissenschaftliche Forschung in der KWG

Kommentar - Wolfgang Eckart
Vorsitz - Paul Weindling

Bernd Gausemeier: Technische Modernisierung und institutionelle Verflechtung: die Arbeitsstätte für Virusforschung

Alexander v. Schwerin: Vergleichende Erbpathologie im Kontext biowissenschaftlicher Innovation und Biopolitik

Hans-Walter Schmuhl: Von der Rassenkunde zur Phänogenetik.Erb- und Rassenforschung in Kaiser-Wilhelm-Instituten

III. Sektion: III. Der Krieg als Chance? Autarkie und Ostexpansion

Kommentar - Elizabeth Harvey
Vorsitz - Doris Kaufmann

Susanne Heim: Agrarforschung und Expansionspolitik

IV. Sektion: Der Krieg als Chance? Wissenschaft, Wirtschaft und Militär - Rüstungsforschung in der KWG

Kommentar - Peter Hayes
Vorsitz - Jürgen Renn

Helmut Maier: Forschung als Waffe. Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und die Verbindung zwischen Labortisch und Rüstungstechnologie

Florian Schmaltz: Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus. Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, Militär und Industrie

Spitzenforscher im Nationalsozialismus: Die Verantwortung des Wissenschaftlers

Podiumsdiskussion


Mitchell Ash, Susanne Heim, Herbert Mehrtens, Volker Roelcke

Vorsitz - Wolfgang Schieder

V. Sektion: "Arisierung", Zwangsarbeit und "Wiedergutmachung"

Kommentar - Hans Mommsen
Vorsitz - Gisela Bock

Christoph Kreutzmüller: Der Umgang der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft mit jüdischen Stiftungen - Eine Fallanalyse

Bernhard Strebel und Jens-Christian Wagner: Zwangsarbeit in Kaiser-Wilhelm-Instituten

Michael Schüring: Vertreibung, Entschädigung und die Vergangenheitspolitik der Max-Planck-Gesellschaft

VI. Sektion: Grossforschung und Politik: Das Beispiel Adolf Butenandt

Kommentar - Carsten Reinhardt
Vorsitz - Susanne Heim

Wolfgang Schieder: Adolf Butenandts Weg im "Dritten Reich"

Achim Trunk: Biochemie im Krieg: Butenandts Institut 1939 bis 1945

Die Max-Planck-Gesellschaft und ihre Vergangenheit - alte und neue Fragen - Reinhard Rürup



Das Programm mit genauen zeitlichen Angaben sowie der vollständige Liste der Referentinnen und Referenten kann über nachstehenden Link als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Download (PDF-Datei)

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Workshops

Workshop "Rassenforschung im Nationalsozialismus: Konzepte und wissenschaftliche Praxis unter dem Dach der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft" (Vorbereitung: Doris Kaufmann/Hans-Walter Schmuhl)

Berlin, 3. - 4. Dezember 1999


Das zentrale Strukturelement nationalsozialistischer Herrschaft war ihre Rassen- und Vernichtungspolitik. Sie beanspruchte unter Rekurrierung auf naturwissenschaftliches Wissen und mit Hilfe moderner Sozialtechnologien, die durch die historische Entwicklung zur Industriegesellschaft angeblich eliminierten Naturgesetze wieder durch staatliches und politisches Eingreifen in Kraft zu setzen. Dadurch sollte die "natürliche Ausmerze" von Gruppen, die gesellschaftliche Probleme verursachten, substituiert und eine devianzfreie "Volksgemeinschaft" bzw. ein rassisch homogener "Volkskörper" geschaffen werden. Das gesellschaftsbiologische Denken und Handeln und der wissenschaftliche Habitus insbesondere der akademisch ausgebildeten nationalsozialistischen Führungseliten - z. B. im Reichssicherheitshauptamt - ist von der Geschichtswissenschaft in jüngster Zeit vermehrt thematisiert worden. Als Desiderate erscheinen jedoch nicht nur Untersuchungen der Ebene der Vermittlung zwischen wissenschaftlichem Wissen und politischem Handeln, sondern auch Untersuchungen der wissenschaftlichen Felder selbst, in denen "Rasse" zum epistemischen Objekt wurde.

Im Workshop wurden drei ineinandergreifende Fragen diskutiert. Erstens wurde die Verschiedenheit der Konzepte von "Rasse" in unterschiedlichen Wissensfeldern der life sciences (der Biologie, Hirnforschung, Psychiatrie, Psychologie, Anthropologie), die in der KWG vorherrschend vertreten waren, die aber darüberhinaus auch die zeitgenössisch "modernsten" Rassenkonzepte lieferten, entfaltet und diskutiert. Dabei war nach der Kontinuität von rassenhygienischen Denkmustern und Ansätzen vor 1933 und nach 1945 zu fragen wie nach der Verdrängung konkurrierender Forschungsansätze in den jeweiligen Fächern während der NS-Zeit.

Zweitens wurde die wissenschaftliche Praxis in den Blick genommen, in der auf unterschiedliche Weise "Rasse" als wissenschaftliches Objekt konstituiert wird - zum Beispiel durch demographisch-statistische Erhebungen wie die nationalsozialistische Nationalitäten- und Rassenstatistik.

Durch wissenschaftliche Erkenntnisprozesse wird selbst die Wirklichkeit nicht nur interpretiert, sondern es werden auch neue gesellschaftliche Wirklichkeiten oder Handlungsfelder geschaffen, auf die auf politischer Ebene reagiert werden muß. Dieses bisher wenig untersuchte Thema, die Eröffnung von rassenpolitischen Handlungsfeldern durch Rassenforschung, bildete den dritten Schwerpunkt des Workshops.



Workshop-Programm

Doris Kaufmann (Berlin): Einführung

Volker Roelcke (Lübeck): "Rasse" zwischen Wissenschaft und Politik: Konzeptionen und Strategien aus der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie

Richard Wetzell (Washington): Kriminalbiologische Forschung an der deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie in der Weimarer und NS-Zeit

Hans-Walter Schmuhl (Bielefeld): Familiengeheimnisse. Genealogie, Rassenforschung und Politik, 1890-1939

Morgane Labbé (Paris): Rassenforschung und amtliche Statistik: Zahlen nach neuen Regeln

Thomas Potthast (Berlin): "Rassenkreis" und "lebenserfüllte Lebensstätte": Unterschiedliche Rollen des Rassenkonzepts in zoologischer Evolutionsforschung, ökologischer Tiergeographie und 'ganzheitlicher' Ökologie in Deutschland 1925-1960

Paul Weindling (Oxford): Genetics under National Socialism: Problems of Interpretation and Research

Benoit Massin (Paris): Die Suche nach der Rasse: Forschung, Praxis und Politik am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie

Mitchell Ash (Wien): Psychologische Zwillingsforschung am Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie - handelt es sich überhaupt um "Rassenforschung"?

Michael Hagner (Berlin): Die Bedeutung von "Elitegehirnen" und "Rassegehirnen" im Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung

Helga Satzinger (Berlin): Das Erbe von Cécile und Oskar Vogt: Krankheiten als Rassen. Die Arbeit der Abteilungen für Humangenetik und Konstitutionsforschung (Patzig) und Genetik (Timoféeff-Ressovsky) am Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung nach 1933

Abschlußdiskussion

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Workshop "Landwirtschaftliche Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten und nationalsozialistische Expansionspolitik" (Vorbereitung: Susanne Heim)

Berlin, 30. Juni - 1. Juli 2000

In der Wissenschaftsgeschichte hat sich die Ansicht durchgesetzt, daß auch noch so "wertfrei" erscheinende Wissenschaften in enger Wechselbeziehung zu Politik und Ökonomie stehen. Dies gilt insbesondere für ein volkswirtschaftlich so bedeutsames Forschungsfeld wie die Agrarwissenschaften. Der Geschichte dieser Disziplin während der NS-Zeit war der Workshop "Landwirtschaftliche Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten und nationalsozialistische Expansionspolitik" gewidmet, der von Susanne Heim vom Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus" organisiert wurde.

Die Agrarwissenschaften, insbesondere die Pflanzenzüchtung, erlangten innerhalb der deutschen Kriegswirtschaft eine Schlüsselposition, da das Streben nach "Autarkie" unmittelbar mit den Kriegsplanungen verbunden war. Nicht nur die NS-Politiker waren von der Bedeutung deutscher "Nahrungs- und Rohstofffreiheit" überzeugt, auch die wichtigsten Vertreter der wissenschaftlichen Pflanzenzucht folgten seit den Erfahrungen des Ersten Weltkrieges diesem Ideal. Die Züchtung neuer und leistungsfähigerer Sorten zur Verbesserung und Verbreiterung der nationalen Agrarproduktion wurde "Legitimationsfigur und gleichzeitig Orientierungsmarke" (Thomas Wieland) ihrer Forschung. Das 1927 von dem dynamischen Genetiker Erwin Baur gegründete Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung in Müncheberg/Mark wurde zum Schrittmacher einer durch die Verheißungen der Mendelschen Genetik gestützten Verwissenschaftlichung der Pflanzenzüchtung. Baur und andere Pflanzengenetiker trieben die Professionalisierung der Disziplin in engem Kontakt mit Großgrundbesitzern sowie Saatgut- und Düngemittelindustrie voran und beschworen dabei die Dringlichkeit der Steigerung der heimischen Produktion. Nicht weniger wichtig für die politische Prägung der deutschen Pflanzenzüchter war die koloniale Erfahrung des Kaiserreiches. Die Aufgabe der Kultivierung fremden Bodens "für das Reich" verschwand während der Weimarer Republik notgedrungen aus dem Blickfeld, gewann aber mit der nationalsozialistischen Machtübernahme schnell wieder an Aktualität.

Durch diese ideologische Prägung fiel es den Züchtern nicht schwer, für die NS-Kriegsökonomie etwa "anspruchslose Pflanzen für den Osten" zu suchen. Die Agrarwissenschaften profitierten vom NS-System wie kaum ein anderer Forschungsbereich. Mit dem "Forschungsdienst" des Reichsernährungsministeriums (REM) unter dem einflußreichen SS-Offizier Konrad Meyer wurden sie in einer straff gelenkten Organisation zusammengefaßt, die über einen großen Teil der staatlichen Forschungsgelder verfügen konnte. Entscheidend für die Entwicklung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft wurde Herbert Backe, Staatssekretär im REM (und ab 1943 dessen Minister) und seit 1942 Vizepräsident der KWG. Backe suchte als maßgeblicher Planer der Ernährungswirtschaft im "europäischen Großraum" gezielt die Unterstützung der Wissenschaft. Die Arbeit verschiedener Kaiser-Wilhelm-Institute spiegelt die drei Säulen des Backeschen Autarkiekonzeptes wieder (Heim): die Steigerung der Agrarproduktion, die Steigerung der Produktivität und die Regulierung des Verbrauchs. Das KWI für Züchtungsforschung orientierte sich unter anderem an den vorgegebenen Problemen der "Fett-" und der "Eiweißlücke". Die "Faserstofflücke" war das Aufgabengebiet des prosperierenden KWI für Bastfaserforschung, das die Verbesserung sowohl der Erträge als auch der Verarbeitungstechnik für Hanf und Flachs anstrebte. Das KWI für landwirtschaftliche Arbeitswissenschaft widmete sich der Rationalisierung der bäuerlichen Wirtschaft, durch Mechanisierung und Neuordnung der Hofstrukturen. Und schließlich untersuchte das KWI für Arbeitsphysiologie, welche Nahrungsrationen für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zur Aufrechterhaltung der erwünschten Arbeitsleistung notwendig waren. Gerade dieses Projekt zeigt, daß die Forschung für die "Nahrungsfreiheit" des deutschen Volkes das Gegenstück der von Backe kalkulierten Aushungerung der osteuropäischen Bevölkerung war.

Darüber hinaus konnte gezeigt werden, wie biologische Konzepte die Politik beeinflussen. Eines der folgenreichsten Paradigmen der Genetik des 20. Jahrhunderts war die Ende der 20er Jahre entwickelte "Genzentrentheorie" Nikolai Vavilovs, nach welcher in den Ursprungsgebieten der Kulturpflanzen (z.B. der Kaukasus für die meisten Getreidesorten) auch die größte genetische Variationsbreite zu finden ist. In der UdSSR, den USA und Deutschland wurden auf der Grundlage dieser Idee Sammelreisen organisiert, die Ausgangsmaterial für die Züchtung neuer Sorten liefen sollten. Rezessive Gene, von denen eine Verbesserung der Nutzpflanzen hinsichtlich Resistenz oder Klimaadaption erwartet wurde, galten nun als ökonomische Ressourcen. Für die Verwertung dieses Materials wurden während des Krieges zwei Institute gegründet, das KWI für Kulturpflanzenforschung bei Wien und das SS-Institut für Wildformen bei Graz, beide in der wegen ihres "osteuropäischen" Charakters ausgewählten "pannonischen" Klimazone gelegen. Sowohl der Direktor des KWI, Hans Stubbe, als auch der SS-Botaniker Heinz Brücher unternahmen Sammelreisen in den besetzten Gebieten Osteuropas. Brücher sicherte sich dabei jedoch das begehrteste Material, indem er die einzigartigen Pflanzensamenbanken der von Vavilov aufgebauten russischen Zuchtstationen plünderte. Es bedarf noch genauerer Untersuchung, inwiefern beide Institute konkurrierten oder zusammenarbeiteten.

Ein aufschlußreicher Fall politisierter Biologie sind die Forschungen zur "Kautschukpflanze" Taraxacum Kok-Saghys. Obwohl schnell klar wurde, daß die Arbeit an dieser Pflanze keinesfalls kurzfristig die Probleme der deutschen Gummiversorgung würde lösen können, führten deutsche Wissenschaftler Projekte zur Züchtung und Verarbeitung weiter. Unter der Schirmherrschaft Heinrich Himmlers wurde die Kok-Saghys-Forschung unter anderem in Rajsko, einer Außenstation des KZ Auschwitz, aber auch in KWG-Instituten betrieben. Die Suche nach einer pflanzlichen Kautschukquelle ist ein für die NS-Landwirtschafts- und Forschungsgeschichte vielsagender Fall, in dem sich Autarkiewahn, Bauerntumsideologie und die Ausbeutung von Zwangsarbeitern überschnitten.

Bisher ist wenig über die in besetzten und verbündeten Staaten errichteten deutschen Institute bekannt. Das Deutsch-Griechische Institut für Biologie der KWG in Piräus etwa war ein Projekt, das in den Jahren 1942-44 nur in Anfängen verwirklicht wurde. Ursprünglich als klassische meeresbiologische Station mit erwünschten kulturpolitischen Nebeneffekten geplant, scheint es während seines kurzen Bestehens vor allem als ozeanographischer Außenposten der deutschen Kriegsmarine gedient zu haben. Ein interessanter Fall außerhalb der KWG war die große polnische Forschungsanstalt für Landwirtschaftswissenschaft in Pulawy. Während polnische Wissenschaftler ansonsten systematisch terrorisiert wurden, lief der Forschungsbetrieb hier unter deutscher Führung weiter. Die Bedeutung des Instituts für die polnische Landwirtschaft garantierte den polnischen Mitarbeitern sogar relativ gute Arbeitsbedingungen und politische Freiräume. Daß humanitäre Gründe hierbei kaum eine besondere Rolle gespielt haben dürften, kann aus der Tatsache abgeleitet werden, daß das Institut vom deutschen Direktor beim Abzug der Wehrmacht in Brand gesetzt wurde. Die Rolle deutscher Wissenschaftler als Besatzer wäre anhand der Geschichte ähnlicher Institutionen noch weiter zu beleuchten.

Als gemeinsames Resultat kann festgehalten werden, daß die Agrarwissenschaft im Nationalsozialismus eine politische Wissenschaft war, nicht nur weil sie notwendiges Mittel des Eroberungskrieges war, sondern auch, weil ein Großteil der Forschung von vornherein auf das Ziel der Autarkie ausgerichtet war. Die Fachgebiete der landwirtschaftlichen Forschung wurden gezielt wie kaum eine andere Wissenschaft gefördert. Viele Forscher und Institutionen, insbesondere die KWG, nahmen diese Chance an und unterstützten die nationalsozialistische Sache aktiv mit ihrer Arbeit.



Workshop-Programm

Susanne Heim (Berlin): Einführung

Jonathan Harwood (Manchester): Politische Ökonomie der Pflanzenzucht in Deutschland ca. 1870-1933

Michael Flitner (Freiburg): Genetische Ressourcen als strategischer Rohstoff

Uwe Hoßfeld (Jena): Von der Pflanzengenetik zum "Pflanzenraub". Anmerkungen zum Leben und Werk des Botanikers Heinrich Brücher im Nationalsozialismus

Maria Zarifi (Athen): Die Gründung des Deutsch-Griechischen Instituts für Biologie in Piräus 1942-1944

Veronika Hofer (Wien): Experimental-biologische Forschung im Nationalsozialismus. Fritz Knoll und das Prater-Vivarium

Alexander Schlichter (Berlin): Kriegswichtige Forschung und Zwangsarbeit. Das FallbeispielTaraxacom Kok-Sagys

Stanislaw Meducki (Kielce): Die landwirtschaftliche Forschung in Polen unter deutscher Besatzung

Thomas Wieland (München): Die politischen Aufgaben der deutschen Pflanzenzüchtung. NS-Ideologie und die Forschungsarbeiten der akademischen Pflanzenzüchter

Susanne Heim (Berlin): Der Beitrag der Kaiser-Wilhelm-Institute zur nationalsozialistischen Ernährungs- und Rohstoffpolitik

Abschlußdiskussion

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Workshop "Wechselwirkungen naturwissenschaftlich-technologischer Forschung und Entwicklung mit den Rahmenbedingungen der NS-Vierjahrespläne und der Kriegswirtschaft" (Vorbereitung: Helmut Maier)

Berlin, 24. - 25. November 2000




Workshop-Programm

Carola Sachse (Berlin): Begrüßung

Helmut Maier (Berlin): Einführung

Rolf-Dieter Müller (Potsdam): Kriegführung, Rüstung und Wissenschaft. Zur Rolle des Militärs bei der Steuerung der Kriegstechnik unter besonderer Berücksichtigung des Heereswaffenamtes 1935-1945

Ruth Federspiel (Berlin): Planbarkeit der Forschung? Werner Osenberg und das Planungsamt imReichsforschungrat

Kai Handel (Freiberg): Die AG Rotterdam und die Entwicklung von Halbleiterdetektoren

Burghard Weiss (Lübeck): Industrielle Rüstungsforschung am Beispiel der AEG

Dieter Hoffmann (Berlin): Carl Ramsauer, die Deutsche Physikalische Gesellschaft und die Selbstmobilisierung der deutschen Physikerschaft im "Dritten Reich"

Moritz Epple (Bonn): Mathematiker in der Rüstungsforschung

Ulrich Marsch (München): Von der Synthesechemie zur Kriegswirtschaft. Brüche und Kontinuitäten in Wissenschaft und Politik

Stephan Lindner (München): Forschung und Entwicklung bei der IG Hoechst

Lutz Budraß (Bochum): Wechselbeziehungen zwischen Luftfahrtindustrie und -forschung

Anne Sudrow (Berlin): Lederforschung im KZ: Die Deutsche Versuchsanstalt für Lederindustrie und das KWI für Lederforschung

Andreas Zilt (Essen): Rüstungsforschung im Spannungsfeld von Staat und Industrie: Das Beispiel der westdeutschen Stahlindustrie

Helmut Maier (Berlin): Ideologie, Rüstung und Ressourcen: Das KWI für Metallforschung und die "Deutschen Metalle" 1933-1945

Abschlußdiskussion

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Öffentliche Vorträge / Public Lectures

6. Februar 2003
Prof. Dr. Wolfgang Schieder und Achim Trunk (Hg.) - Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Adolf Butenandt und die KWG. Wissenschaft, Industrie und Politik im "Dritten Reich" (Buchprä ;sentation)

15. Juli 2004
Anne Sudrow - Universität Göttingen:
Wissen und Wissenschaft vom Leder in Deutschland (1920-1950). Ein internationaler Vergleich

5. Juli 2004
PD Dr. Susanne Heim - Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Kalorien, Kautschuk, Karrieren. Pflanzenzüchtung und landwirtschaftliche Forschung in KWI 1933 - 1945 (Buchprä ;sentation)

24. Juni 2004
Prof. Dr. Sheila Faith Weiss - Clarkson University (Potsdam, NY):
"Das Schwert der Wissenschaft" als außenpolitische Waffe: Die internationale politische Mission der Humangenetiker der KWG im "Dritten Reich".

29. April 2004
PD Dr. Hans-Walter Schmuhl - Universität Bielefeld:
Phänogenetik. Ein neues Paradigma am KWI für Anthropologie, 1938 - 1945

5. Februar 2004
Dr. Alexandra Przyrembel - Universität Göttingen:
Friedrich Glum und Ernst Telschow. Biographische Annäherung an die Generalsekretäre der KWG

25. Januar 2004
PD Dr. Carola Sachse (Hg.) - Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Die Verbindung nach Auschwitz. Biowissenschaften und Menschenversuche an KWI (Buchprä ;sentation)

15. Januar 2004
PD Dr. Susanne zur Nieden - Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Krankheit oder Laster? Erbbiologische Forschung zu Homosexualität 1933 bis 1945

4. Dezember 2003
Prof. Dr. Wolfgang Schieder - Universität zu Köln:
Adolf Butenandt zwischen Wissenschaft und Politik. Von der Weimarer Republik bis in die Bundesrepublik Deutschland

6. November 2003
Prof. Dr. Rüdiger Hachtmann - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Die Generalverwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft: eine Erfolgsgeschichte

23. Oktober 2003
Dr. Günther Luxbacher - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Faserstoff-Forschung in der KWG: Netzwerke und Konflikte

10. Juli 2003
Prof. Dr. Gerald D. Feldman - University of California/Berkeley:
Historische Vergangenheitsbewältigung. Wirtschaft und Wissenschaft im Vergleich

19. Juni 2003
Dr. Jeffrey W. Lewis - Ohio State University:
Der Kalte Krieg in der MPG: Die zögerliche Vereinigung der ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Institute im Westen, 1945-1949.

5. Juni 2003
Dr. Heiko Stoff - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Adolf Butenandt als Wissenschaftspolitiker. Reinigungsstrategien und Assoziierungspraktiken, 1945 - 1960

20. Februar 2003
PD Dr. Ute Deichmann - Universität zu Köln:
Proteinforschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten 1930 bis 1950 im internationalen Vergleich

6. Februar 2003
Prof. Dr. Ruth Sime - Sacramento City College:
Otto Hahn: Zwischen Vergangenheit und Erinnerung

16. Januar 2003
Prof. Dr. Richard Beyler - Portland State University (Ohio):
"Freie" Wissenschaft und personelle "Säuberungen". Die KWG 1933 und 1945

10. Dezember 2002
Prof. Dr. Sheila Weiss - Clarkson University, Potsdam (New York):
Das KWI für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik im internationalen Vergleich

9. Dezember 2002
Prof. Dr. Mark Walker - Union College, Schenectady (New York):
Naturwissenschaft und Ideologie: Eine vergleichende Perspektive

20. November 2002
Dr. Helmut Maier - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Rüstungsforschung im Nationalsozialismus

31. Oktober 2002
Dr. habil. Jean-Paul Gaudillière - Paris:
Biochemie und Industrie. Der Butenandt-Schering-Arbeitskreis in der NS-Zeit

4. Juli 2002
Achim Trunk - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Butenandt und die Blutproben aus Auschwitz. Eine Revision

6. Juni 2002
Dr. Marianne Ufer - Universität Rom:
Dreifaches Exil. Rumänien, Afghanistan und Brasilien

PD Dr. Susanne Heim - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Autarkie und Ostexpansion. Pflanzenzüchtung und Agrarforschung im Nationalsozialismus

13. Mai 2002
Prof. Dr. Doris Kaufmann - Universität Bremen
Eugenik und wissenschaftliche Praxis im Nationalsozialismus. Zur Wissenschaftsgeschichte der Schizophrenieforschung an der Deutschen Forschungsanstalt für Psychiatrie/Kaiser-Wilhelm-Institut

7. Februar 2002
Prof. Dr. Otto Gerhard Oexle - Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen:
Hahn, Heisenberg und die anderen. Anmerkungen zu "Kopenhagen", "Farm Hall" und "Göttingen"

17. Januar 2002
Dr. Helga Satzinger - Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, Technische Universität Berlin:
Rassen, Hormone, Gene und Geschlecht: Forschungen an den Kaiser-Wilhelm-Instituten für Biologie und Biochemie 1933-1945

29. November 2001
Benoit Massin - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
"Rassenforschung" - was war das? Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik im "Dritten Reich"

25. Oktober 2001
Dr. Michael Flitner - Universität Freiburg im Breisgau:
Agrarische Modernisierung im genetischen Diskurs. Ein Vergleich Deutschland - USA - Sowjetunion, 1925–1939

28. Juni 2001
Prof. Dr. Mark Walker - Union College, Schenectady (New York):
Kernspaltung - Bewußtseinsspaltung. Zur wissenschaftspolitischen Rolle des Atomforschers und MPG-Präsidenten Otto Hahn in der Nachkriegszeit

17. Mai 2001
Prof. Dr. Benno Müller-Hill - Universität zu Köln:
Erinnerung und Ausblendung. Ein kritischer Blick in den Briefwechsel Adolf Butenandts (MPG-Präsident 1960-1972)

1. Februar 2001
Dr. Helmut Maier - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Kriegswichtig? Die rüstungstechnologische Relevanz der Forschung und Entwicklung am Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung in Stuttgart bis 1945

11. Januar 2001
Michael Schüring - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Vergangenheitsversenkung. Das Selbstverständnis der Max-Planck-Gesellschaft und der Umgang mit Emigrantinnen und Emigranten in den 50er Jahren

14. Dezember 2000
Dr. Jens-Christian Wagner - Gedenkstätte Buchenwald:
Zwangsarbeit für die Wissenschaft. Fremdarbeiter/innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge bei der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

23. November 2000
PD Dr. Moritz Epple - Universität Bonn, Gastwissenschaftler des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Rechnen, Messen, Führen. Kriegsforschung am Kaiser-Wilhelm-Institut für Strömungsforschung (1937–1945)

12. Oktober 2000
Dr. Susanne Heim - Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
"Die Wissenschaft ist der Waffe auf dem Fuße gefolgt."Pflanzenzütung in Kaiser-Wilhelm-Instituten und Ostexpansion im Zweiten Weltkireg

25. Mai 2000
Prof. Dr. Robert N. Proctor - Pennsylvania State University, University Park, Gastwissenschaftler des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Adolf Butenandt (1903-1995). Nationalsozialist, Nobelpreisträger, MPG-Präsident und Maschinenmensch

16. Februar 2000
Dr. Annette Vogt - Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin:
Vertreibung und Verdrängung. Erfahrungen von Wissenschaftlerinnen mit Exil und "Wiedergutmachung" in der Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Gesellschaft (1933-1955)

24. November 1999
Dr. Karl-Heinz Roth - Hamburger Stiftung für Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts, Bremen:
Biowissenschaften für den Krieg. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung 1937-1945

15. September 1999
PD Dr. Hans-Walter Schmuhl - Historisches Institut, Bielefeld, Gastwissenschaftler des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Hirnforschung und Krankenmord. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Hirnforschung 1937-1945

12. Mai 1999
Dr. Ingo J. Hueck - Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt/M.:
Völkerrechtswissenschaft und Völkerrechtspolitik im NS-Staat. Das Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht (Berlin), das Institut für auswärtige Politik (Hamburg) und nationalsozialistische Eroberungspolitik

20. Januar 1999
PD Dr. Volker Roelcke - Medizinhistorisches Institut, Bonn, Gastwissenschaftler des Forschungsprogramms "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus":
Humanexperimente in der Psychiatrie zur Zeit des Nationalsozialismus. Zur Rolle der deutschen Forschungsanstalt (Kaiser-Wilhelm-Institut) für Psychiatrie

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Birgit Kolboske, 9. Januar 2003